Die Welt, eine einzige grosse Lüge?

Die Welt, eine einzige grosse Lüge?

Natürlich besuche ich ab und zu meinen Freund Armin im Sanatorium, auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr davon berichtet habe. Er lebt dort oben in einer Welt, die sich immer weiter von der Wirklichkeit entfernt. Als ich bei meinem letzten Besuch Armin darauf ansprach, meinte er:

„Schwer zu sagen, wer sich von wem entfernt, wenn zwei auseinander driften. Jeder nimmt sich selbst zum Massstab und behauptet, es sei der Andere, der sich von ihm entferne.“

„Ausserhalb dieses Hauses ist die Wirklichkeit das Mass“, entgegnete ich.

„Ein Mass das sich verändert. Mach mir nichts vor. Auch du spürst es. Die Menschen spüren es. Die Finsternis gewinnt an Macht und Einfluss. Hektik und Stress nehmen zu, die Polaritäten werden extremer und die Menschen zunehmend egoistischer“

„Du bist ein Schwarzseher, genauso wie die Anhänger des Maya-Weltuntergangs.“

Armin schüttelte den Kopf. „Die Welt, die du meinst, wird auch 2012 nicht untergehen. Denn sie existiert nicht.“

„Du negierst die Existenz der Wirklichkeit?“

„Nein, ich möchte damit ausdrücken: sie ist nicht so, wie du denkst. Sie ist längst nicht so wirklich, wie du glaubst. Das, was du als Wirklichkeit ansiehst, ist bloss eine Bühne für ein grandioses Theater.“

„Da magst du recht haben, aber ist es mit deiner Traumwelt nicht dasselbe?“

„Meine Träume sind zumindest ehrlich. Deine Wirklichkeit ist es nicht. Sie ist eine einzige grosse Lüge.“

Die Welt, eine Lüge? Manchmal glaube ich, dass Armin recht hat. Euer Traumperlentaucher