Der Tod eines Freundes


Eine Kurzgeschichte...
Als er am Montag nach Ostern nicht zur Arbeit erschien, kam niemand auf die Gedanken, dass er sich etwas angetan haben könnte. Warum auch, nichts deutete darauf hin, dass er beschlossen hatte, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Im Gegenteil, in der letzten Zeit hatte er sich verändert. Was gegen aussen positiv wirkte, vergiftete ihn aber innerlich. Seit er denken konnte hatte er sich angepasst und versucht so zu sein, wie man ihn gerne haben wollte. Ständig eine Rolle zu spielen und nicht sich selbst sein zu können hält auf die Dauer kein Mensch aus. Darum war der Schritt in den Tod für ihn ein Heimkommen und eine Erlösung. Sein Umfeld zeigte sich bestürzt und die meisten fragten sich, was ihn wohl dazu getrieben hatte. Bin ich in irgend einer Art mitschuldig an seinem Tod, überlegten sich nur ein paar von ihnen - nicht aber die Person, welche durch ihren Umgang, sein Leben vollständig zum einstürzen brachte.
Ausser mir hat wohl niemand gewusst, wie dreckig es ihm wirklich ging. Gegen aussen musste er das Bild des wunschgemäss angefertigten Mitarbeiters um jeden Preis aufrecht erhalten. Seine Gefühle und was in ihm vorging unterdrückte er immer mehr, so dass in der letzten Zeit mehr als ein Roboter und nicht als Mensch zur Arbeit erschien. Eigentlich wollte er diese Stelle gar nie, aber er musste sie annehmen, denn vorher war es noch schlimmer. Pro Tag verbrachte er über 3 Stunden im Zug. Zu Hause war er nur noch zum Essen und Schlafen. 
Bereits wenige Tage nach dem er seine neue Arbeit angefangen hatte, wurde ihm vor Augen geführt, wieviel Vertrauen man in ihn hatte. Den USB-Stick, welcher er für seine Ausbildung erhalten hatte, durfte er nicht behalten, weil so Daten ausser Haus geraten könnten. Für jede noch so kleine Idee, die über das tägliche Geschäft hinaus ging, musste zuerst das Einverständnis der Vorgesetzten eingeholt werden. Als er mit seinen Teamkollegen eine Lösung für ein notabene dienstliches Problem besprechen wollte, wurde ihnen das verboten. Jeder habe sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Man habe wichtigeres zu tun als sich darum zu kümmern, wurde ihm mitgeteilt, als er auf einen Fehler in einem Testprogramm hinweisen wollte, denn es war nicht seine Arbeit, diesen zu finden.
Noch nie hatte er so wenig Wertschätzung erlebt. Erwünscht waren sture Befehlsempfänger, die ohne zu zu fragen ihren Auftrag ausführen. Jeder Vorgesetzte wäre für Mitarbeitende dankbar, die mitdenken und mit Eigeninitiative, Kreativität und Freude ihre Arbeit erledigen, nicht so in dieser Abteilung.
Er wurde mit der Situation nicht fertig, dass er als Angestellter seinen Vorgesetzten praktisch ausgeliefert war. Es wurde ihm befohlen eine Therapie zu machen - also gehorchte er. Es wurde ihm ein Antiagressionstraining nahegelegt - also nahm er an einem solchen teil. Es wurde ihm befohlen, sein Rückgrat zu verbiegen, und dass tat er, bis es zerbrach.
Die Geschichte ist fiktiv und die Personen sind frei erfunden......aber die Situation ist real und passiert täglich überall, auch in unserem Umfeld. Selbstmord ist ein Weg aber kein Ausweg. Hören wir zu und schauen hin, denn um einem Menschen zu helfen eine Lösung zu finden braucht es keine Vorgesetzten.

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