Das kann doch weg!

Das kann doch weg!
 | Das kann doch weg! Das befreiende Gefühl, mit weniger zu leben |  Fumio Sasaki | Übers. Martin Bauer | Integral, 2018 |  978-3778792858| 18,00 € | 

Das kann doch weg!

»Früher habe ich ständig über Dinge nachgedacht, die mir noch fehlten zu meinem vermeintlichen Glück.« Eigentlich ist Fumio Sasaki ein ganz normaler junger Mann, oft gestresst und darauf aus, seinen materiellen Wohlstand zu mehren – bis er eines Tages beschließt, sein Leben radikal zu ändern: Er reduziert seinen Besitz auf ein Minimum. Mit bemerkenswerten Effekten: Plötzlich fühlt er sich frei. Er hat mehr Zeit, mehr Geld und ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit für jede einzelne Sache, die er jetzt besitzt.

Sasakis eigene Erfahrungen motivieren dazu, alles Überflüssige endlich loszulassen – und mit seinen einfachen und praktischen Tipps gelingt das auch. Er öffnet allen Lesern die Augen dafür, wie eine neue minimalistische Lebenshaltung nicht nur die eigenen vier Wände verwandeln, sondern das ganze Leben auf ungeahnte Weise bereichern kann.

Das kann doch weg!

Der Überfluss ist überall. Wir kaufen und kaufen, horten, leben mit Figürchen, Büchern und Co. in einer voll gestopften Wohnung! Habt Ihr schon mal durch Eure Wohnung geschaut und gedacht: Warum habe ich davon so viel? Meist kommen uns die Gedanken, wenn wir sehen, dass viele Menschen weniger haben. Oder wir regen uns auf, dass es die Hose nicht in unserer Größe gibt, dabei haben wir zwanzig Stück. First world problems.

Fumio Sasaki möchte uns 55 Tipps an die Hand geben, wie wir mit weniger besser leben können. Wer sind wir eigentlich? Die Person, die sich über all die Bücher oder DVDs profiliert und damit sagen will: „Schau her, was ich alles gelesen bzw. gesehen habe?“. Wollen wir mit unserer dritten Lederjacke beweisen, dass wir die Trendmode trage?

Da wir im Überfluss leben und auch im Überfluss Müll produzieren, wird die Bewegung der Minimalisten und ZeroWastler immer größer. Nur ein Bett, zu essen, eine Arbeit und Liebe braucht der Mensch. Auch beim Autor kommt dieser Grundgedanke vor. Er schlägt vor, seine tatsächlichen Ausgaben auszurechnen und man wird feststellen, wie wenig wir eigentlich brauchen. Er verkauft alles. Und ich meine wirklich alles. Wenn ich mir die Bilder anschaue, bin ich geschockt. Er hatte eine Tatami-Matte zum Schlafen, sein iPhone, eine Decke und acht Geschirrteile. Dafür ist sein Geist rege, er fühlt sich wohl und geht gerne arbeiten. In nächster Zeit möchte er in eine noch kleiner Wohnung ziehen. Für mich unvorstellbar mit meinen 2000 Bücher, den 600 Dvds vom Mann und dem ganzen Klüngel.

Eindrücklich sind seine 55 Tipps. Von „Sei dankbar“ bis „Halte nicht am Preis fest, zu dem du das Teil gekauft hast“. Mal mit buddhistischen Zügen, mal einfach nur sehr praktisch sind seine Tipps. Aber am Ende ist mir klar: zum Minimalist bin ich nicht geboren.

Auch wenn Sasaki sagt, dass es viele Arten von Minimalismus gibt. Ich könnte also auch einfach viel weggeben, merken, dass ich mich freier fühle und weniger kaufen. Die Wege sind unergründlich. Was mir nicht gefallen hat, sind die ewigen Wiederholungen von Markennennungen. Das iPhone und Steve Jobs nehmen einen großen Raum ein, werden immer wieder in Verbindung mit dem Minimalismus gebraucht. Ich glaube, dass es stimmt. Schließlich trug Jobs immer nur einen schwarzen Pullover und entwickelte Dinge, die sehr einfach zu bedienen sind. Aber ich könnte auch mit einem Android Handy leben oder mit gar keinem, mit anderen Marken. Oder ohne Marken? Es hat etwas „jüngerhaftes“, die Erwähnung.

Da einige Tipps sehr allgemein gehalten sind , die Applesache zum Himmel stinkt und es einige leere Seiten gibt, muss ich meine Bewertung auf drei Sterne festlegen. Trotzdem habe ich einige Gedanken mitgenommen und sei es nur, immer wieder darüber nachzudenken, ob ich eine Sache wirklich brauche.

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