Kain & Abel

Kain & Abel
 | Kain & Abel |  Jeffrey Archer | Heyne, 2018 |  978-3453422032 | 9,99 € | 

Kain & Abel

Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll. Abel hatte ihn einst bewundert – doch dann nimmt, zurzeit der großen Wirtschaftskrise, ein lebenslänglicher Hass seinen Anfang.

Kain & Abel

Wenn mich etwas packt, bin ich kaum aufzuhalten. Durch eine Bekannte bin ich auch die Clifton-Saga gestossen. Erst zierte ich mich, dann konnte ich nicht aufhören zu lesen. Der letzte Band steht zum Lesen im Regal bereit, aber ich scheue mich noch dem unausweichlichen in die Augen zusehen: dem Ende einer Buchreihe. Damit ich es noch hinauszögern konnte, wurde ich hellhörig, als ich von „Kain & Abel“ las.

Vorab erwähne ich, dass es sich nicht um einen neuen Roman aus der Feder des Autors handelt, sondern um eine Neuauflage. Jeffrey Archer hat seinen ersten großen Familienepos noch einmal zur Hand genommen und komplett überarbeitet. Dies ist bei einigen Verkaufsportalen nicht sofort zu erkennen, aber sogar im Buch erzählt der Autor davon, bevor der Leser sich wundern kann. Für mich war es Neuland und so freute ich mich auf eine (hoffentlich) tolle Geschichte.

Kain und Abel heißen nur ansatzweise wie die beiden Brüder der Bibel. Abel, ein unehelicher Sohn wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, wird Spielkamerad eines betuchten Jungen und landet im Krieg in Gefangenschaft. Er ist ein aufgeweckter kleiner Kerl und verlangt schon früh mehr vom Leben.

Unser Kain heißt im Original mit Nachnamen Kane und ist der reiche Erbe eines Hotelunternehmens. Er verliert früh seinen Vater beim Untergang der Titanic. Ich liebe es, wie der Autor es schafft große geschichtliche Ereignisse in seine Romane einzubinden. Leider ist es in diesem Roman sehr schwierig der Zeitachse zu folgen. Während ein Kapitel zum Beispiel mit der Überschrift (bzw. Abschnitt) „1923-1928“ betitelt ist, wird in dem Abschnitt die Titanic erwähnt. Sie sank aber bereits 1912. Ich bin manchmal wirklich verwirrt gewesen.

Die Rivalen wachsen getrennt voneinander auf. Sofort bemerkt der Leser, dass sie sich nicht mögen werden. Einer skrupellos, einer sehr liebenswert und auf seine Mitmenschen bedacht. Jedoch wollen beide reich werden und sich einen Namen machen. Bis sie sich begegnen vergehen allerdings viele Seiten. Zudem ist es verwirrend, dass Abel in Kriegsgefangenschaft gelangt, ein paar Jahre in einem anderen Land verbringt und dann trotzdem als sehr junger Mann nach Amerika kommt. Es wird nicht immer klar, wie halt die beiden tatsächlich sind.

Es gibt Kapitel, die nicht dazu beitragen, dass die Handlung voranschreitet. Manche Dinge werden sehr ausführlich erklärt, so kenne ich jedes Zimmer in dem der kleine Kane herumläuft, die Erziehungsmethoden seiner Mutter und alle Nicht-Geschwister von Abel. Wenn die Handlung vorangetrieben wird, kann ich nicht aufhören zu lesen. Archer kommt ins Erzählen, die Worte sind gut gewählt und die Handlung gewinnt an Schwung, bis er sie selber wieder stoppt. Es entsteht ein Roman mit vielen Momenten, in denen nichts passiert.

Der Schreibstil ist flüssig, lässt sich gut lesen und ist mit beeindruckt vielen geschichtlichen Fakten gespickt. Was mir fehlt, ist ein richtiger Bezug zu Kane und Abel. Ich verstehe ihren Antrieb, aber kann trotzdem keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Kane ist unnahbar und Abel zu sehr damit beschäftigt, dass es allen gut geht. Gerade die Figurendarstellung in der Clifton-Saga hat mir so gut gefallen. Vielleicht ist es falsch von dem ersten Familienepos Archers ähnliches zu verlangen. Ganz überzeugen konnte mich der überarbeitete Auftakt nicht.

Kain & Abel


wallpaper-1019588
Luftig und leicht – meine Outfits im Marinelook
wallpaper-1019588
Ubisoft eröffnet Anfang 2018 neues Entwicklungsstudio in Berlin
wallpaper-1019588
Filme mit Arnie: Schwarzenegger ohne Erinnerung in TOTAL RECALL
wallpaper-1019588
Rundwanderung um Kalchreuth: Felsenkeller - Jungfernsitz
wallpaper-1019588
Roncalli – darum ist es im Circus so schön
wallpaper-1019588
Spargel sous vide-gegart
wallpaper-1019588
XVII Motor Retro Marratxi
wallpaper-1019588
Die Woche | 19.05. – 25.05.2018