Tagebuch eines digitalen Selbstmordes

Tag 1.

Ich habe es getan. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich habe meinen Facebook-Account gelöscht. Natürlich ist er jetzt noch 14 Tage im Datenvorratsspeicher von Facebook und ich sollte mich in dieser Zeit nicht aus Versehen wieder einloggen. Aber danach sind meine Daten dann (hoffentlich) im Datennirvana.

Ich habe jeden meiner Freunde zum Abschied noch einmal angestupst. Auf manchen Profilen war ich seit Monaten nicht mehr. Einige Menschen kamen mir so fremd vor, dass die Vermutung naheliegt, sie hätten sich durch Lug und Trug in meine Freundesliste geschlichen.

Interessanterweise habe ich bei manchen Skrupel gehabt, sie anzustossen. Sie sind zwar in meiner Freundesliste, aber selbst die freundliche  Geste des digitalen Anstupsens schien zu intim zu sein. Wenn dem so ist, habe ich dann überhaupt irgendeine Verbindung zu ihnen oder sind es nicht eher transzendente Zuschauer auf der digitalen Bühne meines Lebens?

Facebook hat uns ein Theater geschaffen, in welchem jeder von uns auf der Bühne steht. Das Spotlight schwenkt mal hierhin, mal dorthin und wir sind so abgelenkt, dass wir gar nicht merken, wie der Sauerstoff im Theater langsam weniger wird und dass die einzigen wirklichen Zuschauer der Intendant und ein paar Werbekunden sind. Falls jemand aus Versehen einmal einen Blick in das nicht vorhandene Publikum riskiert, werfen wir ihm schnell ein paar Requisiten in Form von Online-Spielen oder Apps zu. Schon ist er wieder beschäftigt.

 

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