In eigener Sache

Ich habe mit einigen Kolleginnen und Kollegen lange getrunken und Musik gehört. Um vier Uhr hatte ich die Schnauze voll und habe mich auf den Heimweg gemacht. Ich bin in die Straßenbahn gestiegen und habe versucht die acht Stationen bis zu mir zu verschlafen. An der zweiten Station hat sich ein Typ auf den Sitz gegenüber gesetzt. Er telefonierte und meine vorgezogene Bettruhe war gescheitert. „…Nächstes mal kommst du zu mir. Du glaubst doch wohl nicht das ich noch mal in so ein Kanackenghetto fahre nur um einen zu kiffen“ (er guckt mir provozierend ins Gesicht und ich kriege schlechte Laune). „Alter…, bei dir im Viertel sieht es aus wie in Nordafrika“ (Noch ein provozierender Blick in meine Richtung und meine Laune überschreitet spontan die Grenze zur Gewaltbereitschaft). „Ich hab kein Bock auf die Nigger“.
Ich habe dann meine Nase auf 10 Zentimeter an seine heranbewegt und ihm mitgeteilt: „Sprich ruhig weiter mein Freund“. Ich hielt diesen Spruch für ausreichend und habe mich darauf vorbereitet seinen Schädel an der nächsten Station einzuschlagen. Hinter mir stand eine junge Frau mit einem Kinderwagen. Einige ältere Herrschaften und ein Bahnangestellter standen an der Tür. Auf meine Provokation hin blieb das Wunschopfer ganz locker, stand auf und verließ den Zug an der nächsten Station. Scheisse. Ich war zu faul hinterherzuspringen. Ich habe dann auch gemerkt dass ich auf solche Aktionen eigentlich gar kein Bock mehr habe. Über die Jahre, über strafrechtliche und körperliche Blessuren hin, habe ich viel zu viel Angst bekommen. Meine jugendliche Entschlussfreudigkeit ist dem permanenten Zweifel gewichen.

Warum habe ich diesen Quatsch hier veröffentlicht? Keine Ahnung. Mir war wohl gerade danach. In zwei Wochen ist auf jedem Fall Soliparty im IvI. Wer wissen will um was es geht, kann dort bei mir persönlich nachfragen.
In eigener Sache