Gegen die Wand

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Worum geht es?

Um der Strenge ihres türkischen Elternhauses zu entkommen, ist die junge Sibel (Sibel Kekilli) zu allem bereit. In ihrer Verzweiflung bittet sie den 40-jährigen Alkoholiker Cahit (Birol Ünel), eine Scheinehe mit ihr einzugehen. Der willigt ein, und für einen kurzen Moment scheint die Rechnung aufzugehen: Sibel gewinnt ihre lang ersehnte Freiheit und Cahit versucht noch einmal, sein verpfuschtes Leben in den Griff zu bekommen. Doch je mehr er sich in die lebensfrohe junge Frau verliebt, desto mehr gerät der alternde Säufer aus dem Gleichgewicht. Unaufhaltsam bewegt sich das ungleiche Paar auf eine Katastrophe zu.

Ich mochte den Film nicht

Normalerweise schreibe ich nicht über Filme, die ich nicht mochte. Ich kann euch auch erklären, warum ich ihn nicht mochte: Es werden zwei Themenkomplexe in dieser Geschichte behandelt (die Emanzipation der türkischen Frau von ihrer Familie und eine Liebesbeziehung zwischen einem ungleichen Paar), die allerdings nie zusammenfinden. Das erste Thema wird nach dem ersten Drittel des Filmes so gut wie abgehakt, das zweite Thema setzt ein und am Ende steht alles unzusammenhangslos nebeneinander und erklärt nichts, bietet nur ein Panorama von Selbstzerstörung und Wahnsinn.

Dennoch war ich fasziniert

Fasziniert von dieser Frau, die ernsthaft mit Selbstmord droht, wenn er nicht bereit ist sie zu heiraten. Jemand, der bereit ist so weit zu gehen um frei sein zu können… aber sie enttäuschte mich so! Was ist das für eine Freiheit, die nur aus Party machen, ficken und Drogen nehmen besteht? In Wahrheit war sie nie frei, weil sie dafür schon viel zu kaputt war. Und diese kaputte Figur wird dann auch noch durch ein Drebuch geschleift, dass versucht so etwas wie Liebe entstehen zu lassen. So etwas wie Liebe… es scheint nur ein ungesundes Abhängigkeitsverhältnis zu sein, dem kein gutes Ende versprochen wird. Stattdessen hat diese Frau letztlich keine Freiheit mehr, sondern das Leben, gegen welches sie sich anfangs so gewehrt hatte (geordnete Beziehung, Kind, eine anständige Arbeit) und nur noch Angst vor ihren Wünschen und Sehnsüchten. Wenigstnes aber clean und ein akkurater Haarschnitt wie alle Hauptfiguren.

Aber vielleicht ist auch alles ganz anders, als ich es für mich interpretiere… wie gesagt diese Figur fasziniert mich, aber am meisten verwirrt sie und der Film schweigt sich über viele entscheidene Momente aus. Diese Lücken in der Erzählung stören mich tatsächlich, weil ich das Gefühl habe, der Fokus lag falsch.

Aber jetzt lasst uns mal ganz allgemein reden

Wieso muss die Emanzipation einer deutschen Türkin in Filmen meist ausgerechnet über das “Ficken” erfolgen? Wieso wird überhaupt dieser ganze Diskurs immer auf eine Ebene der Fäkal- und Analsprache heruntergehoben? Ist das nicht nur künstliche Authentizität? Und verlieren sich nicht all zu oft die Regisseure in der Darstellung von Gewalt, Drogenexzessen, Sex und Wahnsinn?

Jetzt seid ihr gefragt: Erklärt mir diesen Film! Wie interpretiert ihr die Figuren? Welche Absicht hatten die Macher? Und wie viel davon ist authentisch?



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