Frischer Spargel

“Oh, bei Euch, in Potsdam, gibt es ja frischen Spargel!? – Den gibt es bei uns, in Berlin, nicht überall.”

Spricht es ebenso aus und lässt mich vor dem Markt stehen. Kommt nach vielen-vielen Minuten zurück, greift zum Handy, telefoniert.

“An alle, an alle, an alle….”

Erinnert mich dergestalt an ein Comic-Werbemännchen der Siebziger Jahre, und zwar an das Männlein mit der Tröte, das seinerzeit in regelmäßigen Abständen “Schlussverkauf bei Zeh-und-Ah, ab morgen alles billiger” rief.

Sie also ins Handy: “Hallo ich bins, habe frischen Spargel, (kommst-de|kommt-dör) zum Essen?”, derweil jeder Schaulustige anhand ihrer Körpersprache lesen kann, dass das andere Ende der Leitung ihr Angebot annimmt.

*Kurze Unterbrechung*

Sie rechnet nach; überlegt; stellt plötzlich fest “der Spargel reicht nicht” und geht schnurstracks zurück in jenen Markt, vor dem ich immer noch stehe. Um – wir ahnen es bereits – erneut Spargel zu kaufen. Anschließend wird-se wohl wieder telefonieren – male ich mir nun aus – bis dass der Spargel nicht mehr reicht.

Die Deutschen, insbesondere die DeutschInnen, werde ich wohl nie so richtig verstehen können, denke ich nun und notiere mir die Redewendung: “Telefonieren bis der Spargel alle.”