"Fangt schon mal an"

Schon wieder Freitag? Kein Sprintreview, also Homeoffice heute.. Ich muss unsere Komponenten-Abhängigkeitsanalyse aktualisieren, dazu brauche ich mal ungestörte Zeit am Stück.

Aber auch im Homeoffice wird das heute nicht einfach. Nicht dass mich das Schicksal von Merkel und ihrer Entourage menschlich berührt hätte. Aber auch kalte Neugier auf die Ermittlungsergebnisse ihres Pannenfluges könnte mich heute immer wieder ablenken. Komplettausfall der Kommunikation mit den Bodenstation. Merkel hatte sozusagen den Kontakt zur Basis verloren, nachdem sie abgehoben hatte. Ja, aber nicht erst gestern. Ich hoffe, die Herrschaften hatten gestern mal richtig Angst. Denn politisch war das wieder eine sehr ärgerliche Woche. Der Bundestag hat doch noch über den Migrationspakt abstimmen lassen. Und die FDP (und Grüne auch) hat sich komplett enthalten. Und Justizminister Maas (wie widerstrebt es mir, das zu tippen..) behauptet -nein, lügt- frech, die Bevölkerung sei frühzeitig in die Diskussion eingebunden gewesen. Und dann kam auch noch die Meldung, dass die Cebit für immer schließen soll. (Immerhin; ich kenne ein paar ICE-Pendler, die jetzt fragen: Und die Hannovermesse..??)

Meine Erkenntnis der Woche: Auch in der agilen Softwareentwicklung gibt es das psychologische Phänomene der Verdrängung. Wir z. B. verdrängen den Bedarf an einem zentralen Projektplan. Stattdessen haben wir eine Roadmap und "fahren auf Sicht". Das ist keine Schwäche der agilen Methode an sich, sie verführt einen nur dazu. Eigentlich meint sie ja: Plane mindestens bis zum ersten Release, aber du darfst "hinten raus" (Pardon für die Fußballersprache) immer unschärfer werden. Plane aber nicht nur die Entwicklung ein, sondern auch alle organisatorischen Dinge. Und dann zeichne die Abhängigkeiten direkt in die Zeitbalken, wie in jedes gute GANTT-Diagramm.

Bei uns hingegen hat sich eine "fängt erstmal an" - Mentalität eingeschlichen. Auf diese Weise fangen tatsächlich viele Dinge "erstmal an", kommen aber irgendwann zum Stehen. Und dann heißt es: "Das Backlog ist ja groß genug, das Team soll erstmal was anderes machen." Das lieben Kopfarbeiter ja: ständige Aufgabenwechsel. Ich versuche jedenfalls, die Teams davor zu schützen.

Dazu kommt jetzt gerade das sich aufbauende Dezemberfieber. Plötzlich brauchen wir mehrere Lastenhefte für Zulieferer. In einer perfekten Welt würde ich dazu nur die richtigen Filter in meinem Backlog setzen und zack... Aber dazu hätte es einer Planung bedurft. Wenn ich jetzt unserem Lieferantenmanager sage: "Fang erstmal an, mit den Lastenheften" guckt der mich nur fragend an..

(btw: warum korrigiert der Browser "Lastenheft" auf "Lasterhaft"???)

Dabei ist unser Führungsteam eigentlich erfahren genug. Das ist etwas, das ich sehr schätze. In die Vorgehensweise ist sehr viel Erfahrung eingeflossen, deshalb legt sie für vieles nur Eckpunkte fest und verlangt nicht die Einhaltung von "Prozessen". Aber wenn etwas nicht funktioniert, tendieren wir auch dazu zu sagen: Die Methode ist richtig, aber die Leute setzen sie falsch um. - Ja klar, es sind ja auch alle neu in diesem Projekt.

Und noch etwas kommt hinzu: Die ersten verlassen das Projekt schon wieder. Wir heuern weiter an, müssen aber auch die ersten Führungsleute ersetzen. Alles im Dezember. Nebenbei trudeln Einladungen zum "besinnlichen Beisammensein" ein, oder zum "happy Weihnachtsbaum schmücken".

Wer kam eigentlich auf die Idee, Weihnachten ans Jahresende zu legen...?


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