Der Apfel und sein Stamm

child-355176_1920Eltern-Kind-Beziehungen sind die ersten Beziehungen unseres Lebens und sollen uns nachhaltig prägen, so heißt es.

“Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.”

So unterschiedlich diese Beziehungen auch sein können, fallen einem dennoch immer wieder zuerst bestimmte Klischees ein:

  • Die Tochter, die als kleines Mädchen ihre Mutter heimlich und mit bewundernden Blicken durch den Türspalt im Bad beobachtet – und sich später als Teenager rebellisch gegen sie richtet, um sich von ihr abzuspalten und ihre individuelle Persönlichkeit hervorzuheben, damit für alle klar ist:

Ich bin nicht wie du!

  • Ähnlich auch bei Vater und Sohn. Gilt der eigene Vater in frühen Jahren als Held und großes Vorbild, der Seifenkisten bauen und Fußball spielen kann, kann sich die Sichtweise des pubertierenden Jungen schon etwas anders anhören.

Doch nichts scheint komplexer zu sein, als die Beziehungen zwischen Mutter und Sohn, sowie Vater und Tochter. Um es kurz auf den Punkt zu bringen:

Wir lernen als Mädel oder Junge, was beim jeweils anderen Geschlecht gut ankommt, konzentrieren uns auf diese Eigenschaften und erwarten uns als Erwachsene dieselbe Anerkennung dafür von der Welt da draußen.

Das kann manchmal ganz schön ins Auge gehen, denn…

Noch immer weit verbreitet

Die Mutter, für die ihr heranwachsender Sohn immer „mein kleiner Junge“ bleiben wird, ihm das Essen und die Wäsche macht und ihm sogar unsensibles Verhalten nachsieht – weit über das Kindesalter hinaus. Denn schon als Kind heißt es oft erklärend, wenn es um Alltagspflichten oder Rücksicht anderen gegenüber geht:

„Ach, er ist halt ein Junge.“

http://www.purplesnaps.com/wp-content/uploads/06-Some-Kind-Of-Wonderful.mp3

Kann er wirklich nicht anders?  :roll:

Oder wird es ihm anerzogen so sein zu dürfen und kommt es letztlich darauf an, welche genetischen Anlagen gefördert werden?

Selbstverständlich wollen diese Mütter nur das Beste für “ihren kleinen Jungen“. Trotzdem komme ich nicht drumrum, darin manchmal mehr Egoismus in Mamas Tun zu entdecken, als sie jetzt vielleicht lesen möchte. Denn zweifelsohne betrifft dieses übermäßige Umsorgen oft Mütter, die nicht wirklich über ihre Mutterrolle hinausgewachsen sind. Sie identifizieren sich darüber, ihrem Sohn die Hemden zu bügeln und ihm bei Anruf ein warmes Abendessen aufzutischen – auch im Nachthemd um 23 Uhr nachts, wenn es sein muss.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Manche mögen finden, ein staubsaugender Mann seie ohnehin unsexy – ich finde, als Macho getarnte Muttersöhnchen sind es, die sich hinter Ausreden, wie „viel Arbeit“ und „du kannst das einfach viel besser als ich“ verstecken.

Mal ehrlich, mir sind 60-h-Wochen auch nicht nur aus der Theorie bekannt und auch mir wurde das in-den-Ecken-saugen oder Rücksicht-auf-den-anderen-nehmen nicht in die Wiege gelegt  ;-)

Wir Frauen, deren Lebensinhalt nicht vollkommen darauf basiert, dem Manne die Selbständigkeit abzunehmen und die sich über ein gewisses Maß an Empathie von ihrem Partner freuen, sagen:

Ihr lieben, überirdisch verständnisvollen, nachsichtigen und sich sorgenden Mütter von erwachsenen Söhnen!

Sucht euch bitte ein Hobby und genießt euer Leben nach den vielen Jahren der Mutterpflichten! Blickt nach links und rechts, erfindet euch neu und lasst eure kleinen Jungs erwachsen und unabhängig von euch werden, auf dass sie zu selbständigen, guten Männern heranreifen und uns damit begeistern können!

Wir werden wissen, woher er das hat und euch insgeheim dafür danken   ;-)

Herzlichst, 

eure vielleicht Schwiegertochter in spe

Das Vater-Tochter-Phänomen

  • Stimmt es, dass Frauen sich unterbewusst stets Partner suchen, die ihrem Vater ähneln?

Die Psychologie sagt: ja.

  • Selbst wenn er nun so überhaupt nicht dem entspricht, was man sich von einem Mann wünscht?

Jep.

Ausschlaggebend dafür soll nämlich nicht sein, was man am eigenen Vater schätzt oder nicht schätzt sondern: das einem Bekannte.

Ich kann verstehen, wenn nun manch Frau ihre Nase rümpft, weil sie sich in ihrer Selbstbestimmung angegriffen fühlt. Mir geht es da wenig anders. Welche gestandene Frau will schon hören, dass sie sich ihre Männer nicht aus freien Stücken aussucht sondern weil ihre Psyche ihr sagt:

„Das kennst du, darum wählst du es!“

Es klingt doch sehr befremdlich, sich wie fremdgesteuert stets für denselben Typ Mann zu entscheiden, selbst wenn man im Extremfall sogar nach dem genauen Gegenteil suchen sollte.

Nichts desto trotz glaube ich, auch in meinem Umfeld solche Parallelen gefunden zu haben.

Erwachsene Töchter, die in den Grundzügen immer wieder mit ein und demselben Mann anbandeln: ihrem Vater. Da gibt es die eine Freundin, die sich von distanzierten, ungehobelten Männern angezogen fühlt. Eine andere, die den Kerl mit den Zügeln in der Hand bevorzugt, der Struktur, Stabilität und Auftrieb in ihr Leben bringt. Und wieder eine andere, deren Männer einfach etwas zu wenig Mannsein an den Tag legen. Eben je nach Vaterfigur.

Da kann frau ja nur hoffen, dass sie als kleines Mädchen einen Daddy Cool hatte – oder es schafft, das Muster zu durchbrechen.

http://www.purplesnaps.com/wp-content/uploads/14-Hiding-My-Heart.m4a

Und wie das bei mir ist?

Ich gehöre zu den Töchtern, die ohne Vater aufgewachsen sind, habe laut Psychologen demnach wohl 2 Möglichkeiten:

1. ich suche mir ältere Männer als Vaterersatz, um von ihnen die Aufmerksamkeit, Anerkennung, Liebe und Fürsorge zu bekommen, die ich von meinem richtigen Vater nicht erhalten habe.

oder

2. ich streife plan- und ziellos umher auf der Suche nach ihm und begegne dabei den verschiedensten Charakteren bis ich zuhause ankomme… oder aber irgendwann meine eigenen Studien zu jedem Typus von Mann veröffentlichen könnte.

Nun, meine Psyche scheint sich tatsächlich für eine dieser beiden Varianten entschieden zu haben. Was soll ich dazu sagen?

Ich bin eben auch nur ein Apfel   ;-)  


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