Catch Me!

Catch-Me!-(c)-2018-Warner-Bros.(4)

Catch Me!

2Komödie

Ein filmhistorischer Hangover kann verdammt lange Nachwirkungen haben. Jüngstes Symptom ist die mit B- und C-Stars ausstaffierte Buddy-Comedy, motiviert (inspiriert wäre zu viel geschönt) durch einen obskuren Artikel des Wall Street Journal.

Die lose Verbindung zur Realität iteriert die amateurhafte Inszenierung im überflüssigen Subplot einer Reporterin (Annabelle Wallis), die als personifiziertes „Wow!“ dem Publikum vorhält, wie atemberaubend das Titelspiel sei. Doch was die Protagonisten sich bewahrt haben, ist kein inneres Kind, sondern ein spätpubertärer Aufschneider, der seine angeblich besten Freunde um jeden Preis als Loser dastehen sehen will.

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Die zusammengelogene Gefühlsduselei übertrifft an Antipathie sogar den plumpen Klamauk einer Handlung ohne Timing und Tempo. Sämtliche Gags enden in derselben Pointe: Hoagie (Ed Helms), Chilli (Jake Johnson), Bob (Jon Hamm) und Sable (Hannibal Buress) jagen Jerry (Jeremy Renner) und – haha! – kriegen ihn nicht. Jeff Tomsics ungelenkem Spielfilmdebüt fehlt neben Lachern vor allem Figurenchemie. Aber dafür bräuchte es erstmal emphatische Charaktere. Die fünf Freunde hingegen sind nervige Comedy-Stereotypen. Ihr als Epitasis des Zusammenhalts idealisiertes Fangspiel ist bloßer Vorwand, einander auszustechen und Symptom nie thematisierter sozialer Privilegierung.

Vordergründig feiert der Plot die programmatische Rücksichtslosigkeit selbstfixierter Riesenbabys. Dahinter steht das Ideal des archaischen Männerbunds, der Frauen per Gründungsstatut ausschließt und Wohlstand zur Begleichung ausgedehnter Urlaubszeit, Reisen sowie horrender Krankenhaus- und Schadensersatzrechnungen voraussetzt. Farbige waren wohl ebenfalls unerwünscht, suggerieren zum Abspann eingeblendete Originalaufnahmen verfetteter grauhaariger Typen. Wer von denen ist denn jetzt der Wunderathlet Jerry, dessen Slow-Mo-Manöver an Superkräfte grenzen? Hatte da nicht einer Krebs? Wo sind die Frauen, die zuletzt angeblich mitspielen durften? Egal, Hauptsache einer gewinnt – in diesem Fall alle, die an der lahmen Sommerkomödie verdienen.

Regie: Jeff Tomsic, Drehbuch: Rob McKittrick, Mark Steilen, Darsteller: Ed Helms, Lil Rel Howery, Jon Hamm, Annabelle Wallis, Jake Johnson, Isla Fisher, Hannibal Buress, Nora Dunn, Steve Berg, Jeremy Renner, Leslie Bibb, Filmlänge: 100 Minuten, Kinostart: 26.07.2018

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Autor

Lida Bach

 

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