Blackkklansman

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Blackkklansman

8Satire

Systemkritik, Biopic und Realsatire verschmelzen synergetisch in Spike Lees packendem Cop-Thriller, der den Geist der Bürgerrechtsbewegung perfekt mit der Dynamik des Blaxploitation paart.

Die aberwitzige Tatsachen-Story Ron Stallworths (John David Washington), der Ende der 70er in Colorado Springs den Ku Klux Klan infiltrierte, überzeugt dank doppelten Timings. Zielgerichtet wie die trotz beträchtlicher Laufzeit straffe Inszenierung ist der Veröffentlichungszeitpunkt, der Lees persönliches Engagement unterstreicht. Getragen von coolem Soundtrack und starken Darstellern vermitteln die alarmierende Parallelen zu Gegenwart eine politische Botschaft, die nicht auf die Oscar-Nominierungen warten kann.

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Simultan zum satirischen Witz etabliert der geschliffene Plot einen Realitätsbezug, der weit über die historische Fundierung hinausgeht. Der gleichermaßen zornige, schmerzliche und mitreißende Höhepunkt ist nicht der terroristische Anschlag, den der Polizei-Rookie mit seinem jüdischen Kollegen und Impersonator Flip Zimmerman (Adam Driver) vereitelt, sondern eine Montage der vorangehenden Treffen der Klansmänner und einer Black Power Gruppe unter Leitung der charismatischen Patrice (Laura Harrier), die effektiv Stallworths Position im Kampf gegen Unterdrückung hinterfragt. Mit lange überfälliger Direktheit verweist Lee auf Hollywoods entscheidende Funktion als rassistische Propagandamaschinerie.

Zugleich verliert die Inszenierung nie das Bewusstsein für ihre eigenen agitatorischen Elemente, die stilsicher die Ästhetik der beständig referenzierten Action-Vorbilder zelebrieren. Hommage und Humor verleihen der absurd-authentischen Episode überraschende Leichtigkeit, verwässern jedoch nie die inhärente Tragik. Das schillernde Stück amerikanischer Zeitgeschichte ist antiklimaktisch, weil die Wirklichkeit kein Happy End bereithält. Die aus den Nachrichten bekannten Schlussbilder zeigen brutal die Beständigkeit faschistischer Ideologien in den Köpfen, Straßen und Medien. Jene tumbe Demagogie kontert der brisante Krimi mit vielschichtiger Unterhaltung, die wach rüttelt, statt abzustumpfen und einzulullen.

Regie: Spike Lee, Drehbuch: Spike Lee, David Rabinowitz, Charlie Wachtel, Kevin Willmott, basierend auf dem Roman von Ron Stallworth, Darsteller: Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier, Ryan Eggold, John David Washington, Paul Walter Hauser, Robert John Burke, Filmlänge: 128 Minuten, Kinostart: 23.08.2018

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Autor

Lida Bach

 

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