Es ist Ende des Jahres. Du sitzt da und versuchst dich zu erinnern: Was war denn überhaupt Gutes in diesem Jahr? Es fällt dir schwer dich zu erinnern. Du weißt noch, dass dein Chef dich im März kritisiert hat, dass die Heizung im August kaputt war, und dass du dich irgendwann extrem ausgelaugt gefühlt hast. Aber die guten Sachen? Die sind diffus. 🌫️
Das ist nicht deine Schuld. Dein Gehirn ist darauf programmiert, Probleme zu speichern – „Achtung, Gefahr!" – und Gutes einfach abzuhaken. Das war für unsere Vorfahren wichtig. Heute führt es dazu, dass du nach einem guten Jahr das Gefühl hast, dass nichts daran war. Ein Glücksmomentglas ist der Gegenzauber zu diesem Hirn-Feature.
Es sammelt all die Mini-Glücksmomente, die sonst durchs Raster fallen: die Tasse Kaffee, die perfekt war, das Gespräch, das dir geholfen hat, der Moment, in dem du dich selbst umarmt hast. Am Jahresende – oder an irgendeinem grauen Tag – öffnest du das Glas und erinnerst dich: Es gab doch viele tolle Erinnerungen! 💛
Warum wir Glücksmomente vergessen – Und wie du das änderst ✨
Unser Gehirn ist wie ein Nachrichtenredakteur, der häufiger negative Schlagzeilen abspeichert und wichtig findet. Du bekommst super viel positives Feedback – aber ein einziger kritischer Kommentar sitzt Tage später noch in deinem Kopf. Du führst ein erfülltes Gespräch mit einer Freundin – aber der eine Konflikt mit einem anderen Menschen sitzt tiefer. Das ist kein Pessimismus. Das ist Überlebensprogramm. 🚨
Aber hier ist die Sache: In der modernen Welt brauchst du das nicht mehr. Du brauchst keinen Überlebensmodus für deinen Alltag. Was du brauchst, ist eine bewusste Routine, um die guten Dinge sichtbar zu machen, weil sie oft leicht übersehen werden. Ein Glücksmomentglas ist genau das: Eine tägliche Entscheidung zu sagen „Das zählt auch. Das ist wichtig. Das merke ich mir." 💭
Wenn du dieses Glas am Jahresende – oder an einem Tag, an dem alles zu viel ist – öffnest, passiert etwas sehr Starkes: Du merkst, dass dein Gehirn dich angelogen hat. Es gab doch viel mehr gute Dinge als die Negativitäts-Brille dir gezeigt hat. Und plötzlich fühlt sich das Jahr – oder dieser Monat – ganz anders an.
So machst du dein Glücksmomentglas 🛠️
Ein Glücksmomentglas klingt nach großem Handwerk – es ist aber in wenigen Handschritten gemacht:
Das Material:
- Ein Glas. Ein Einmachglas, eine süße Tasse, eine leere Bonbondose, eine Vase, die du sonst nicht nutzt. Die Größe egal.
- Papierzettelchen. Schneide sie selbst zu oder nimm, was du da hast. Und einer deiner Lieblingsstifte zum Schreiben.
- Optional: Du kannst mit Washi-Tape, Stickern oder Glitzer das Glas verzieren. Aber vergiss nicht: Das Glas ist nicht die Show. Die Erinnerungen sind die Show.
Inspiration: Wenn du morgens deinen Kaffee trinkst – aus einer schönen Einhorn Tasse – könnte genau das eine gute Erinnerung sein. „Heute schmeckte der Kaffee perfekt und ich hatte fünf Minuten Zeit für mich" Manchmal sind die tiefsten Glücksmomente auch die einfachsten.
Schritt 1: Glas auswählen und benennen
Wähle dein Glas und gib ihm einen Namen – das klingt kitschig, macht aber einen Unterschied. „Meine Glücksmomente", „Meine Gute-Tage-Sammlung", „Magisches Glitzerglas" oder "Mein Erinnerglas" – was sich für dich richtig anfühlt. Der Name ist eine kleine Liebeserklärung an das Glas und an die Intention dahinter. ✨
Schritt 2: Zettel vorbereiten
Schneide Papierstreifen – sie können unterschiedlich groß sein. Leg diese und deinen Stift neben das Glas. Das ist dein „Glücksmoment-Platz". Je sichtbarer er ist, desto eher wirst du die Zettel schreiben. Manche Menschen halten den Platz am Nachttisch, andere auf dem Schreibtisch, wieder andere neben der Kaffeemaschine. Wo es sich für dich richtig anfühlt – dort hin.
Schritt 3: Eine Routine festlegen
Manche Menschen sagen: „Jeden Sonntag schreibe ich einen Zettel." Andere: „Wenn ich was erlebt habe, schreibe ich es auf." Wieder andere: „Jeden Abend einen." Die beste Regel ist die, die du einhältst. Und wenn das bedeutet, dass du manchmal drei Monate nichts schreibst und dann plötzlich fünf auf einmal – auch das ist okay.
Was kommt ins Glas? Alles ist erlaubt! 🌈
Es gibt keine falschen Eintragungen. Alles, das dir einen Moment lang das Gefühl gegeben hat „Ah, das ist gut" – das zählt. 💛 Das Einzige, das wichtig ist, ist Ehrlichkeit. Schreib auf, was sich wirklich angefühlt hat wie ein Glücksmoment. Nicht das, was du denkst, dass es sein sollte. Sondern das, was es für dich war.
Mini-Glück: „Die Sonne hat mein Gesicht gewärmt, als ich aus dem Haus ging." „Der Tee hatte genau die richtige Temperatur." „Ich habe eine Nachricht von einer Freundin bekommen, die ich lange nicht gehört habe." „Mein Nachbar hat mir beim Tragen geholfen, ohne dass ich fragen musste." „Ich habe bemerkt, dass die Vögel diesen Morgen lauter gesungen haben als sonst."
Mutmomente: „Ich habe nein gesagt – und es war okay." „Ich habe eine unangenehme Sache erledigt, die ich vor mir hergeschoben habe." „Ich habe meine Angst angesprochen und wurde ernst genommen." „Ich bin zu einem Termin gegangen, vor dem ich Angst hatte – und war danach stolz auf mich." „Ich habe meine Bedürfnisse ausgesprochen, obwohl ich Angst vor Konfrontation hatte."
Verbundenheit: „Eine Freundin hat mir zugehört." „Mein Partner hat mir heute Kaffee gebracht, ohne dass ich fragen musste." „Ich habe einem Fremden geholfen und das hat sich gut angefühlt." „Ich habe mitbekommen, dass ich nicht alleine bin." „Jemand hat mir einen Kompliment gemacht, das ich gar nicht erwartet habe."
Selbstliebe: „Ich bin heute ins Bett gegangen, obwohl noch alles nicht erledigt war – und es war richtig." „Ich habe auf meinen Körper gehört und mir Ruhe gegönnt." „Ich habe mich selbst im Spiegel angeschaut und mich ein bisschen mehr geliebt." „Ich habe eine Grenze gezogen, die ich sonst nicht gezogen hätte."
Quatsch und Leichtigkeit: „Ich habe über etwas so doof gelacht, dass ich Schnappatmung bekam." „Mein Hund hat mir 20 Minuten lang dabei zugesehen, wie ich versucht habe, eine Socke anzuziehen." „Der Film war so kitschig, dass ich es geliebt habe." „Ich habe in meiner eigenen Dummheit gelacht und es war befreiend." „Ein unerwarteter Witz hat meinen Tag so viel besser gemacht."
Ein wichtiger Gedanke: Schreib nicht nur die großen Dinge auf. „Ich habe einen neuen Job bekommen" – ja, notieren. Aber auch: „Der Kollege hat mir heute gezeigt, wie die Kaffeemaschine funktioniert – und das war hilfreich." Oder: „Ich habe einen schwierigen Tag hinter mir, aber wenigstens war die Luft heute außergewöhnlich frisch." Glück steckt oft in den winzigen Dingen. Die sind es wert, festgehalten zu werden. Diese Mini-Glücksmomente sind oft das, das einen durch schwierige Zeiten trägt. Sie sind nicht weniger wichtig als die großen Erfolge. Sie sind manchmal sogar wichtiger.
Personalisieren – Dein Glas, deine Farben 🎨
Wenn du magst, kannst du farbige Zettel nutzen, um beispielsweise deine Erinnerungen zu kategorisieren:
💚 Grün für Glücksmomente – die reinen, leuchtenden Momente, die dir das Gefühl geben, dass das Leben schön ist.
💖 Rosa für Verbundenheit und Liebe – Momente, in denen du dich weniger alleine gefühlt hast, in denen du dich gesehen gefühlt hast.
💜 Lila für Ruhe und Loslassen – Momente, in denen du endlich durchatmen konntest, in denen die Anspannung aus deinen Schultern verschwunden ist.
🧡 Orange für Stolz und kleine Erfolge – Momente, in denen du merktest: Ich kann das. Ich bin stärker, als ich dachte.
💛 Gelb für Sonne und kleine Freuden – die unerwarteten schönen Dinge, die dir einen Tag gerettet haben.
Du kannst auch das Glas selbst personalisieren: Mit buntem Klebeband oder Bändern umwickeln, Sticker aufkleben, mit Glitter bemalen – oder gar nicht. Manche schreiben ihren Namen drauf. Andere schreiben ein Zitat, das ihnen wichtig ist. Wieder andere lassen es leer und einfach. Das einzige, das zählt: Es muss dir gefallen, niemand anderem. 💫
Ein Erinnerglas ist nicht naiv. Es ist nicht „alles wird gut". Es ist eine liebevolle Routine, die sagt: Ja, es gibt Schweres. Und ja, es gibt auch Wärme. Und beide sind wichtig zu sehen. 💛 Manchmal reicht es aus, sich selbst zu erlauben, die guten Dinge genauso laut zu sehen wie die schwierigen. Manchmal reicht das aus, um wieder zu atmen. Um zu merkten: Mein Leben ist nicht nur Kampf. Es ist auch Schönheit. Es ist auch Liebe. Es ist auch Lachen. Und wenn ich anfange, diese Dinge zu sammeln, zu sehen, aufzuschreiben – dann merke ich plötzlich, dass es mehr gibt, als ich gedacht habe. Das Glas wird zum Gegenbeweis gegen die Lüge, dass nur die Probleme zählen. Es sagt: Du bist stärker, als du denkst. Und du hast mehr erlebt, das schön war, als dein Gehirn dir zeigt. 🌟
Häufig gestellte Fragen
Was, wenn mir nichts Gutes passiert in dieser Woche?
Dann schreib auf: „Ich habe den Tag überstanden. Das zählt." Oder: „Ich bin durchgekommen, obwohl es schwer war." Oder: „Ich hatte einen schlechten Tag und anstatt zusammenzubrechen, habe ich einen Freund angerufen." Glück ist nicht immer Freude. Manchmal ist es Durchhalten. Das ist genug. Das ist viel.
Kann ich das Glas auch jemandem schenken – gefüllt mit gemeinsamen Glücksmomenten?
Ja! Das ist eines der schönsten Geschenke überhaupt. Du könntest eine schöne Tasse oder ein Glas nehmen, sie mit gemeinsamen Glücksmomenten füllen und verschenken. Das ist ein Geschenk, das sagt: Ich habe unsere Momente gesammelt. Mir ist wichtig, dass du weißt, wie viel Wärme es zwischen uns gibt.
Darf ich das Glas erst am Jahresende öffnen?
Nein. Du kannst es öffnen, wenn du Lust hast. Am Jahresende, an einem grauen Tag, wenn du denkst, dir wird alles zu viel. Oder einfach, weil du gerade Lust hast, dich zu erinnern. Es gibt kein Timing. Es geht um dich und deine Bedürfnisse.
Kann ich das Glas auch digitalisieren? Mit einer App schreiben statt auf Papier?
Technisch ja. Aber die Hand, die schreibt, und das Papier, das du anfasst, haben eine andere Energie als ein Bildschirm. Wenn du aber lieber digital schreibst – mach es. Das beste Glücksmoment ist das, das du nutzt. Manchmal ist eine Notiz-App, in der du deine Glücksmomente sammelst, genauso wertvoll wie ein physisches Glas. Vertrau dem, das sich für dich richtig anfühlt.
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