Arad

Arad ist eine Kleinstadt mit rund 23.000 Einwohnern. Ich buchte einen Marktbesuch. Im Bus setzte ich mich, wie gewohnt, ganz nach vorn zum Fahrer, bis mich eine muffige Russin wegscheuchte, weil ihre Freundin doch schwerbehindert sei und blablabla. Sie hätte auch freundlich sein können, aber gut. Ich vertrag Busfahren nicht so gut, darum setzt ich mich immer nach vorn. Dieser Bus ist inzwischen rappelvoll und ich ergattere einen Platz auf dem vorletzten Sitz.

Arad liegt in der Wüste Negev, nur 128 Kurven entfernt. Ich hab sie genossen, alle 128 Kurven auf meinem vorletzten Platz, ich wollte nicht mal mehr zum Fenster rausfotografieren.

Gelandet sind wir bei einem älteren Einkaufszentrum mit Supermarkt, Devotionalienhandel, Cafe, Schuhladen - eine Shoppingmeile. Im Supermarkt hab ich mir erst mal eine Cola organisiert, die hat meinen Magen wieder normal funktionieren lassen. Und dann hab ich mich an den fremden Läden satt gesehen.

Von dort ging es weiter der blau-bemützten Reisegruppe hinterher, denn die kannte offensichtlich den gedachten Weg. Der Guide meinte zu mir, geh immer geradeaus und dann rechts, da stehen dann die Busse und dort fahren wir dann weiter. Ja, äh also, wo gleich noch mal.

Ich sehe mich in Zentrum Arad um, es gibt Cafes, Läden und Einwohner aller Glaubensrichtungen, verschleierte Frauen, orthodoxe Juden, Istraelis ohne erkennbare Glaubenszuordnung. So wie die Menschen für mich eine Attraktion sind, bin ich offensichtlich auch eine für sie.

Nach einer Weile erreichte ich den Wochenmarkt, wo man Obst kaufen konnte, Nüsse, Süßigkeiten, Klamotten und anderen Tand. In der Halle erlebte ich einige Marktschreier, die ihre Waren anboten, Ananas heißt auch auf israelisch Ananas. Wirklich spektakulär war das nicht.

Als letzte Station des Ausflugs ging es noch in ein modernes Einkaufszentrum. Eher eine Shoppingmeile mit hippem Zeug. Schuhladen, Klamottenladen, Supermarkt, Freßmeile - alles da und alles sauteuer. 1 Magnum + 1 Cola = 5,- EUR = 21 NIS. Aber die Reisegruppe kaufte reichlich ein, der Bus war hinterher voller Tüten und ich war müde gelaufen.