Zwischen Gigantismus und Wahnsinn

Hatte ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich gelegentlich zum Gigantismus neige? Falls nicht, gestehe ich jetzt an dieser Stelle unumwunden: ich neige zum Gigantismus. Nach vielen, vielen Jahren steht mir nun endlich wieder ein Vergrößerer im Format 4×5 Inch zu Verfügung. Das mag ja noch ganz moderat klingen, aber daneben steht seit heute auch ein Riesenklopper für das Format 13×18 cm. Aufgepasst, es dreht sich hier nicht um das Ausgabe-Format, sondern um das Negativ-Format. Die Optiken, mit denen die beiden Vergrößerer bestückt sind, lassen ohne Verrenkung die 10fache Vergrößerung zu. Ja, 10fach! Das bedeutet beim 4×5 Inch (10,2 x 12,7 cm) lockere 102×127 cm … also rund 1 Meter auf 1,30 Meter. Wer bei diesem Bildformat noch Lust auf das Rechenbeispiel beim 13×18-Dings hat, kann gerne den Zollstock … ja, ja, es heißt Gliedermaßstab … auspacken und im Wohnzimmer, respektive Schlafzimmer, nach einer ausreichend freien Fläche suchen. Die passenden Bilder kann man ab sofort bei mir kaufen *zwinker*

So, jetzt habe ich genug herum geprotzt und wir können uns wieder wie normale Menschen unterhalten. Wofür soll das eigentlich gut sein, wenn man die Möglichkeit zur Herstellung derart großer Bilder hat? Blödsinn, mag der Eine sagen, technischer Spielkram der Andere. Ich sehe jedoch einige faszinierende Möglichkeiten. Eigentlich ist es immer so, dass der Hirnkasten auf Hochtouren läuft, wenn das Werkzeug einsatzbereit zu Verfügung steht. Aber wie seltsam, ich träume gerade nicht von der gigantischen Ausbelichtung, sondern von einer neuen, anderen Bilderwelt. Im Endeffekt wäre das Bild riesig und groß, aber ich will nicht das eine Große, sondern das Ganze in viele Kleine aufteilen. Selbst geneigte Leser werden spätestens jetzt milde mit dem Kopf schütteln und die alles umfassende Diagnose stellen: Übergeschnappt!

Wer mich etwas näher kennt, weiß genau, dass dieser anscheinende Anfall von Geistesverwirrung nur leichte Wellen an der Oberflächen sind. Tief unten in den Untiefen meiner schwarzen, vor Licht geschützten Fotografenseele brodelt es, einem Seebeben gleich. Normale Fotopapiere erscheinen mir schon fast langweilig. Zugegeben, Lith-Prints und der Oxyprint sind feine Sachen, die mich immer wieder zum Spielen einladen. Aber da muss doch noch mehr geben. Wenn ich mich schon so weit aus dem Fenster lehne und gigantisch große Bilder machen kann, unterschiedlichste Entwicklungsmethoden anwende, Tonungen bis auf die Spitze treibe, dann muss es doch eine Krönung des Ganzen geben. Irgendwo versteckt wird er zu finden sein, der berühmte Punkt auf dem „i“. Außergewöhnlich ist vielleicht nicht außergewöhnlich genug. Oder ist es einfach nur der Gedanke, dass sich noch etwas Großes vor mir versteckt? Sind das erste Anzeichen des fotografischen Wahnsinns? Größenwahnsinn aus dem Gigantismus geboren?

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