Widmer und Burglind

Widmer und Burglind

Gestern um elf Uhr: Eschlikon fotografiert aus dem Zug.

Als hartgesottener Wanderer brach ich gestern morgen gegen zehn Uhr auf, als Weichei kam ich gut drei Stunden später wieder zuhause an. Den Sturm Burglind hatte ich erleben wollen, nicht im Wald, aber doch auf freiem Feld - die Flachstrecke von Eschlikon nach Sirnach hatte ich mir vorgenommen, Gehzeit eine Stunde. Doch während meine S-Bahn von Winterthur zum Wanderziel vorrückte, nahm Haltestelle um Haltestelle meine Motivation ab. Den Wind hätte ich zu nehmen gewusst, aber der Sturmregen war mir zuviel; er peitschte an die Scheiben wie Schrotkugelsalven, die Leute im Zug lachten und schwatzten, die Kinder schrien erregt. In Eschlikon blieb ich sitzen, in Sirnach ebenfalls, in Wil auch; die gleiche S-Bahn fuhr retour nach Winterthur, an Bord trug sie einen trockenen Widmer, der sich freilich lächerlich vorkam in seiner militanten Regenvollmontur.

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