Wenn ihr nicht wollt, dann will ich auch nicht

Okay, ich weiss, ich hätte in den vergangenen Monaten konsequenter sein müssen. Im Dauergehetze habe ich wohl immer mal wieder Dinge durchgehen lassen, die ich eigentlich gar nicht durchgehen lassen will. Und manchmal kam ich einfach zu spät, um überhaupt noch einschreiten zu können. Ich habe also durchaus meinen Teil dazu beigetragen, dass es die Kinder derzeit nicht allzu genau nehmen den Anstandsregeln. Aber auch wenn ich die Zügel etwas habe schleifen lassen, eines sollte ihnen eigentlich noch bewusst sein: Gesundes Essen, geregelte Essenszeiten und eine gewisse Achtung vor dem, was auf dem Teller liegt, bedeuten mir sehr viel.

Es sollte ihnen bewusst sein, ist es aber nicht. Und darum greifen sie ganz ungeniert zu Toast mit Butter, währenddem ich am Herd stehe und Flammkuchenteig knete. Sie verschmähen am Mittagstisch die frische Maissuppe mit Tortelloni und lassen sich eine halbe Stunde später dabei erwischen, wie sie Schokoladenjoghurt löffeln. Sie futtern die Obstschale leer, fallen über das Eingemachte her, vertilgen den letzen Bissen Käse – und lassen das Fleisch vergammeln, welches ich, die Vegetarierin, voller Abscheu aber mit grenzenloser Mutterliebe eingekauft habe.

Höchste Zeit, den Knöpfen mal wieder klar zu machen, dass ich trotz Kochleidenschaft und Mutterliebe nicht alles mitmache. Darum wanderte heute Abend der Flammkuchenteig in den Kühlschrank und nicht in den Ofen, mochten die Kinder noch so sehr beteuern, sie würden in einer halben Stunde bestimmt wieder hungrig sein, auch wenn sie jetzt gerade randvoll seien mit Äpfeln und Toast. Ich blieb hart, es gab keinen Flammkuchen, dafür aber eine Standpauke dass ich mir nicht alles bieten lassen würde und dass es vor morgen Mittag nichts Warmes mehr geben würde.

Diesmal blieb ich konsequent, die Kinder schworen mir hoch und heilig, dass sie sich bessern würden, sie genehmigten sich einen letzten Apfel und gingen zu Bett. Und ich? Ich sitze mit knurrendem Magen auf dem Sofa, weil ich vor lauter konsequent sein vergessen habe, dass ich mich weder mit Toast noch mit Äpfeln vollgestopft hatte und dass ich eigentlich ganz gerne Flammkuchen gegessen hätte.



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