Zeitungslektüre

Es war ein ziemlich langer Arbeitstag. Bevor wir die Kinder ins Bett bringen, gönne ich mir deshalb fünfzehn Minuten Zeitungslektüre:

“Dr. Blocher und die…”
“Mama, ich will ein Skateboard!” “Ja, FeuerwehrRitterRömerPitat, coole Idee.”
“Dr. Blocher und die Gips…”
“Mama, erzählst du mir mein Bibliotheksbuch?” “Gleich, Zoowärter, gleich. Lass mich kurz die Zeitung fertig lesen.”
“Dr. Blocher und die Gipser – So redet Dr. Christoph Blo…”
“Mama, sag Karlsson, er soll meine Schablonen wieder hergeben!” “Karlsson, gib Luises Schablonen zurück. Jetzt sofort!”
“Dr. Blocher und die Gipser – So redet Dr. Christoph Blocher auf seinem Teleblocher: ‘Ich…”
“Ich habe eine Zehnernote, zwei Zweifränkler, einen Fünfliber und heute habe ich noch fünfzig Rappen gefunden. Wie viel habe ich dann, Mama? Reicht das für ein Skateboard?” “Moment, FeuerwehrRitterRömerPirat, ich möchte nur schnell diese Kolumne fertig lesen, dann helfe ich dir beim Ausrechnen.”
“Dr. Blocher und die Gipser – So redet Dr. Christoph Blocher auf seinem Teleblocher: ‘Ich mache die NZZ auf und sehe ein wunderschönes Bild…”
“Das sind dann siebzehn Franken fünfzig, stimmt’s, Mama?” “Kann sein, Karlsson. Ich hab’ dem FeuerwehrRitterRömerPiraten ja gesagt, dass ich es nachher ausrechne…”
“und sehe ein wunderschönes Bild von Philipp Müller, dem Präsidenten der FDP, das eigentlich…”
“Mama!”
“…das eigentlich…”
“Mama!!!!!”
“… das eigentlich gar nicht zu ihm…”
“Mama, ich will einen Kakao!” “Ja, Prinzchen, lass mich doch bitte noch schnell den Satz zu Ende lesen, dann komme ich.”
“… gar nicht zu ihm passt: Er ist sehr geschmackvoll angez…”
“Mama, Karlsson hat mir die Schablonen noch immer nicht zurückgegeben! Sag’ ihm, dass er sie zurückgeben soll, sonst macht er sie noch kaputt, dieser…” “Luise! So redet man nicht! Karlsson, gib endlich diese Schablonen zurück!”
“…ogen – hellbraunes Jackett, dunkelbraune Krawatte und ein Hemd. Geschniegelt wie aus einem…”
“Ich will jetzt einen Kakao haben!” “Ja, Prinzchen, nur noch dieser eine Satz…”
“…Geschniegelt wie aus einem Werbeprospekt – dieser Präsident der Freis…”
“Mama, könnten wir vielleicht heute noch das Skateboard kaufen gehen?” “Nein, Mama, zuerst musst du mir die Geschichte erzählen!” “Zuerst mein Kakao!” “Nein, meine Schablonen!” “Die gebe ich aber erst her, wenn du anständig fragst…”

Tut mir Leid, die Herren Blocher und Müller. Sie müssen warten, bis es ruhiger wird. Hier tobt gerade das reale Leben.

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