Was ist ein Leser???

Was ist ein Leser???

In der letzten Schrift versuchte ich zu bestimmen, was ein Autor ist. Nun man müsste auch verstehen, was ein Leser ist, denn Leser und Autor bilden eine Synthese, oder sollten im Idealfall eine bilden. Autor und Leser sind nicht voneinander zu trennen. Weder ist ein Leser ohne Autor möglich, noch ein Autor ohne Leser kann für möglich gehalten werden. Denn genau das Schreiben ist ja das Mittel seine Gedanken, Gefühle der Außenwelt deutlich zu machen. Genau die zu Schrift gewordene Sprache ist wie Popper sagte, die dritte Welt, also die Welt der Ideen die „unendlich“ ist.

Die Welt der Ideen, die Welt der Objekte oder die objektivierte Welt. Denn, wenn ein Gedanke einmal ausgesprochen oder verfasst ist, ist es objektiv für jeden zugänglich zur freien Kritik. Denn genau das ist es auch, was einen Leser nun einmal ausmacht, nämlich die Kritik. Eine Kritik kann niemals die reine Wiedergabe eines Textes sein. Es ist auch eine Interpretation, eine Erweiterung, eine Ergänzung, ja auch eine Vervollständigung der Poesie. Die Kritik ist eigentlich ein Werk für sich. Der Leser ist somit zugleich auch ein Autor. Ein literarisches Werk ist niemals vollständig, es ist immer ein Fragment. Daher kann eine Kritik nicht ein reiner „Kommentar einer schon vorhandenen, vollendeten, verblühten, sondern das Organon einer noch zu vollendenden, zu bildenden, ja anzufangenden Literatur“ sein. Im Nachhinein sagt Friedrich Schlegel über das Werkzeug der Poesie: „Ein Organon der Literatur, also eine Kritik, die nicht bloß erklärend und erhaltend, sondern die selbst produzierend wäre, wenigstens indirekt durch Lenkung, Anordnung, Erregung“. Also hat der Leser eine schwere Last auf seinem Rücken und es reicht ihm eine Inhaltsangabe und eine Interpretation des Gelesenen nicht. Der Leser muss Hand in Hand mit dem Autor das Werk kritisch betrachten, es erweitern, die Idee ausarbeiten, erweitern oder vernichtend zerstören. Es ist das Verstehen eines Werkes, einer Vision, es ist eine Umwandlung zum Leben. Dies gilt für alle Werke menschlicher Ideen. Nur so kann das menschliche Werk in seinem Stadium zur Vollendung weitergeführt werden. Da eine Vollendung, ein Erreichen des Perfekten nicht sein kann, wird dieser unlösbare Band zwischen Autor und Leser ständig erneuert. Der Autor wird Leser und der Leser wird Autor, denn das ist ja genau die Grundlage zur Entwicklung des Menschen.


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