Wann kam der Jazz nach Deutschland?

Der Jazz hat in Deutschland niemals den Stellenwert erreicht wie in den USA, kann aber inzwischen immerhin auf eine fast schon 100-jährige Tradition mit Höhen und Tiefen zurückblicken.

Wann kam der Jazz nach Deutschland?

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1919, kamen die nun wieder vergnügungssüchtigeren Deutschen erstmals mit Jazz in Kontakt, wenn auch zunächst nur zaghaft, da die Blockade der Alliierten den Import von Schallplatten aus den USA weitestgehend verhinderte. Immerhin erschien 1920 mit einer Coverversion von „Tiger Rag“ die erste Jazz-Platte in Deutschland.

Ab 1922 konnten Jazz-Platten regulär aus den USA importiert werden. Im Oktober 1923 war Jazz erstmals im deutschen Radio zu hören. Um das Jahr 1926 herum erlebte der Jazz in Deutschland eine Blütezeit: er wurde regelmäßig im Radio gespielt, es gab viele Platten zu kaufen und angesehene deutsche Komponisten nahmen den Jazz in ihr Repertoire auf.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebte der Jazz zwar einen Einbruch, er wurde aber nicht vollständig verboten, auch da das NS-Regime nicht wirklich festzulegen vermochte, was nun unter Jazz fiel und was nicht. Deutschland war zwar wieder von der amerikanischen Musikszene abgeschnitten, von einem vollständigen Stopp der Jazzbewegung kann dennoch keine Rede sein. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnte sich der Jazz in Deutschland wieder entwickeln, ganz besonders natürlich in den amerikanischen Besatzungszonen.


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