Über Tupperware

Als ich ungefähr sieben Jahre alt war, veranstaltete meine Mutter eine Tupperparty.
Ich freute mich auf eine Party am Nachmittag, aber ich durfte gar nicht teilnehmen. Es würde mich nur langweilen, es sei eine Party für Erwachsene.
Stattdessen sollte ich mit dem Sohn einer Partygästin spielen, der in meine Klasse ging, den ich jedoch nicht mochte. Er hieß Daniel und war groß und blond. Offenbar hatte ich mit sieben noch einen anderen Männertyp als heute. Wir aßen zusammen eine Fünf-Minuten-Terinne, da es auch eine Party ohne Essen war. Er schenkte mir ein Flaschenschiff und eine Tafel Yogurette, ich mochte nicht mit ihm spielen. Es war ein grauenvoll langweiliger Nachmittag, ich hab ihn zitronengelb-hummer in Erinnerung, aber ich war traurig, als mir zwei Tage später das Flaschenschiff zerbrach und ich eine Erdbeerenallergie entwickelte.
Hinterher hatten wir viel Tubberware, ich mag Tubberware nicht, ich finde es sympathisch, dass mein Mitbewohner sie nicht anfassen mag.
Ich fuhr mal, fast zwei Jahrzehnte später mit einem Buch, einer Tubberwaredose und einem gebrochenen Herzen in einem Berliner Nachtbus nach Hause. Und es ärgerte mich, dass ich die Tubberware noch abwaschen musste, am nächsten Tag. Fett auf Plastik ist wirklich eklig irgendwie.

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