Sonic Mania

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Sonic Mania

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Kindheitserinnerungen und Nostalgie sind die prägenden Faktoren beim Thema Retro-Games. Die Begeisterung für Spiele von anno dazumal ist für viele Fans ungebrochen und so steigen die besten Vertreter aus den lange vergessenen Zeiten zum Kultstatus auf. 

Von den eigentlichen Publishern längst vergessen, sorgen Fans 20 Jahre später für authentischen Nachschub meistens selbst, wie sich erst letztes Jahr am beinahe perfekten Fan-Remake von Metroid 2 (AM2R – Another Metroid 2 Remake) gezeigt hat. Nur wenige Tage vergingen bis Nintendo versuchte, das Spiel per Rechtsanwalt vom Erdboden zu tilgen, denn wenn Nintendo nichts vom Franchise hat, dann soll auch sonst niemand etwas davon haben. Doch nicht jedem Publisher sind wie dem genannten japanischen derartige Fan-Aktivitäten ein Dorn im Auge.

Die Sonic-Reihe von SEGA ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man es richtig macht. Seit jeher gibt es kaum eine Serie, die so viele Hacker und Entwickler anzieht wie die 16-Bit-Abenteuer von SEGAs Maskottchen. Dutzende von Spiele-Hacks erblickten das Licht der Welt und zu ihren talentiertesten Entwicklern baute SEGA über Jahre ein Vertrauensverhältnis auf, was 2017 nun endlich in einem vollwertigen neuen Sonic-Release namens Sonic Mania mündet. Die Idee dabei ist die beinahe hoffnungslos missglückte Entwicklung von Sonic der letzten 15 Jahre zu ignorieren und stattdessen nahtlos an eine Zeit anzuschließen, in der Sonic zum Höhepunkt der interaktiven Unterhaltungselektronik zählte.

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Sonic Mania ist also praktisch ein Sequel zu Sonic 3 & Knuckles – wie es wohl herausgekommen wäre, wenn Sonic damals nicht für eine Konsolengeneration in der Versenkung verschwunden wäre. Dieser Umstand drückt sich allein schon durch die Ästhetik aus, denn der Titel wirkt wie ein Spiel, das man auf dem 32X oder dem Saturn zu sehen bekommen hätte. Niedrigauflösende Pixelgrafik wird allerdings aufgewertet durch eine hohe moderne Framerate, Widescreen und detaillierte Animationen, sodass der Stil wie eine aufwendige Hommage wirkt.

Der Spieler durchstreift Levels, die sich in verschiedene Kategorien einteilen:  Zwei Drittel der Zonen sind Remakes von bereits bekannten Themen aus den Klassikern. So eine Art Fan-Mixtape sozusagen. Der erste Akt einer solchen Zone lehnt sich dabei immer sehr klar am Original an, wobei sie allesamt ein wenig länger und durchmischt sind. Sie fühlen sich für Veteranen bekannt an, wenn auch nicht ident. Der zweite Akt ist dann zumeist völlig neu gestaltet und führt neue Level-Gimmicks ein. Dabei ist aber anzumerken, dass beinahe alle diese Mechaniken schon einmal in irgendeiner Form dagewesen sind.

Die Levels wirken neu, aber auch sehr vertraut – eben ganz nach dem Feeling eines klassischen Fan-Rom-Hacks. Zu einem Drittel sind die Level aber tatsächlich gänzlich neu. Neue Levels glänzen durch großartige neue Mechaniken und hauchen dem Titel Leben ein. Es kommt ganz klar das Gefühl auf, dass ein wenig mehr neu nicht geschadet hätte, da vor allem die bekannten Levels von beliebten Klassikern einfach kaum noch faszinieren können.

Der Titel zeichnet sich aber durchwegs durch gekonntes Level Design aus. Die Designer haben, anders als SEGA selbst, klar verstanden, was die Stärken am klassischen Sonic-Gameplay sind: Vielschichtige Levels, die beim ersten Mal zwar teils frustrierend sein können, dadurch aber zum mehrmaligen Durchspielen animieren. Eine perfekte Balance aus Geschwindigkeit und gefinkeltem Hindernis-Parcours. Zudem mangelt es dem Spiel nicht an Bosskämpfen, die ein wahres Highlight darstellen: Hochkreative Auseinandersetzungen, die dem Kenner im Sekundentakt aberwitzige Easter-Eggs um die Ohren werfen und die sowohl in Frequenz als auch Länge perfekt mit dem Rest des Spiels abgestimmt sind.

Sonic Mania ist ein Retro-Titel der genau das erreicht, was er erreichen will. Man mag der klassischen Sonic-Formel kritisch gegenüber stehen, dem immer und immer wieder Durchspielen des selben Titels, um seine Skills zu perfektionieren – doch das Spiel imitiert den klassischen Ablauf mit beachtlicher Perfektion und erinnert endlich wieder daran, warum Sonic als 2D-Plattformer seinen Ruf verdient hat.

Plattform: Switch (Version getestet), PS4, PC, Xbox One, Spieler: 1-2, Altersfreigabe (PEGI): 3, Release: 15.08.2017, sega.com/sonicmania


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Autor

Florian Kraner

Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis. Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.


 
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