Sind wir doch Rudel-Denker?

Was ist grün und fliegt durch den Wald?

Du hast bestimmt schon den Spruch gehört: "Du bist der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen Du die meiste Zeit verbringst." Altmeister Jim Rohn verwendete dieses Zitat sehr gerne.

Und wenn wir uns mal anschauen: Wie sieht es denn aus bei den 5 Menschen, die wir zu unserem innersten Rudel zählen in Bezug auf:

- finanzielle Freiheit
- Erfüllung im Berufsleben
- Nähe und Verbundenheit in der Partnerschaft
- Sport-Gewohnheiten
- allgemeiner Pixa Duba Level

Wenn wir da mal einen ehrlichen Vergleich ziehen, dann können uns einige positive oder auch erschreckende Erkenntnisse erwarten. Je nach dem.

Woran liegt das eigentlich, dass wir uns von unserem Umfeld so stark prägen und beeinflussen lassen? Sind wir keine Frei-Denker?

1951 hat Solomon Asch eine sehr spannende Studie veröffentlicht:

Eine Versucshperson betrat einen Raum mit anderen Menschen. Was die Versuchsperson nicht wusste: Die anderen Menschen wurden im Vorfeld genau instruiert, was sie zu sagen hatten. Also ganz klassisch: Einer weiss wieder nicht Bescheid, was läuft.

Der ganzen Gruppe wurden dann 2 Karten gezeigt. Auf der ersten Karte war eine Linie - auf der 2. Karte 3 Linien. Jetzt bekamen sie die einfache Aufgabe, zu sagen, welche der 3 Linien genau so lang ist, wie die einzelne Linie.

Hier sind mal 2 Beispielkarten:

Sind doch Rudel-Denker?

Sind wir doch Rudel-Denker?


Bild von Fred the Oyster, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36619962

Also recht eindeutig. In unserem Fall ist es Linie C die genau so lang ist wie die einzelne Linie.

Jetzt wird es spannend: Die ersten Antworten gaben alle richtig. Doch nach ein paar Runden fingen die anderen Menschen (bis auf den einen, der keine Ahnung hatte) an, absichtlich gemeinsam die falsche Antwort zu geben. Ohne grosse Aufregung.

In unserem Beispiel hätten sie zum Beispiel gesagt, dass Linie A genau so lang ist wie die einzelne Linie.

Die Versuchsperson war natürlich - gelinde gesagt, sehr irritiert. Die Augen wurden gross und sie schaute sich genau die anderen Teilnehmer an. Ob da vielleicht irgendein Spiel im Gange ist? Doch die anderen waren gut und verrieten nichts.

Mit jeder weiteren Falsch-Antwort fing die Versuchsperson an, Ihren eigenen Augen zu misstrauen - das konnte doch nicht sein, oder ... ?

Und obwohl sie ganz genau wußten, dass die Antwort falsch ist, haben sie Ihre eigene Aussage der Gruppe angepasst.

Sie lag lieber gemeinsam mit der Gruppe falsch als alleine richtig.

Interessant ist hier auch: Je größer die andere Gruppe wurde, um so schneller passte die Versuchsperson Ihre Antworten an.

Wenn nur eine andere Person mit im Raum sass, blieb die Versuchsperson bei Ihrer Aussage. Nach dem Motto: Der braucht entweder eine starke Brille - oder er ist einfach nicht die hellste Kerze auf der Torte.

Doch je mehr Leute gemeinsam die falsche Antwort gaben, um so schneller passten sich die Versuchspersonen an. Am Ende des Experiments passten fast 75% aller Versuchspersonen Ihre Antworten an die Gruppe an - obwohl sie offensichtlich falsch waren.

Und darum ist es so wichtig, dass wir uns unser Umfeld genau aussuchen. Denn sobald wir selbst unsicher sind, wie wir uns verhalten sollen, schauen wir: Was macht die Gruppe? Das wirkt im Positiven als auch im Negativen.

Das ist auch der Grund, warum wir zum Beispiel die Rezensionen bei Amazon oder auf Tripadvisor lesen: Wir wollen eine clevere Entscheidung treffen, ohne dass wir die Erfahrungen haben. Macht ja auch in vielen Bereichen Sinn.

Die Macht der Gruppe

Die Gruppe überschreibt leider auch die positiven Eigenschaften einer Einzelperson, wenn sie nicht in die Gruppe passen.

In einer Studie wurde folgendes Experiment gemacht: Ein Schimpanse lernte in einer Gruppe eine sehr effektive Art, um Nüsse zu knacken. Dann wurde er in eine andere Gruppe gesteckt, die diese Art nicht kannten. Er wandte dort seine neue, bessere Strategie nicht an, um besser in die Gruppe zu passen.

Und wir Menschen sind da sehr ähnlich.

Genau wie das Rudel Gurken.


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