Sehen heizt mächtig ein.

Sehen ist nicht gleich sehen!

Was geschieht beim Sehen?

Wahrnehmen +Auswählen + Erkennen = Sehen

Beim Sehen sind die Augen und das Nervensystem die Instrumente, mit denen unser Bewusstsein die Ereignisse der Erscheinungswelt aufnimmt. Während des Sehvorganges  sind Verstand, Augen und Nervensystem eng miteinander verknüpft und bilden ein einziges Ganzes. Alles, was einen teil dieses Ganzen betrifft, beeinflusst auch seine übrigen Teile. Wir die Praxis zeigt, können wir auf die Augen und den Verstand direkt einwirken. Das Nervensystem hingegen, das beides miteinander verbindet, lässt sich nur indirekt beeinflussen.

Der Sehvorgang kann in drei Teilvorgänge gegliedert werden –

  1. in das Wahrnehmen
  2. das Auswählen
  3. das Erkennen
Das Auge bildet wertfrei ab

Das Auge bildet wertfrei ab

Was wir mit dem Sehorgan wahrnehmen, ist eine Anzahl  Farbflecken, die sozusagen das Rohmaterial für das Sehen ausmacht. Das Gesichtsfeld ist die Gesamtheit solcher Farbflecke, die in einem bestimmten Moment wahrgenommen werden.

Auf das Wahrnehmen folgt das Auswählen. Ein Prozess, bei dem aus dem Gesichtsfeld ein bestimmter teil herausgegriffen wird und von den übrigen unterschieden wird.

Der letzte Vorgang ist das Erkennen. Erst jetzt wird das Wahrgenommen und ausgewählte Rohmaterial als Erscheinung eines Gegenstandes der Außenwelt erkannt. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gegenstände sich uns nicht als solche Präsentieren.

Durch unsere Konditionierung geben wir den Gegenständen und wahrgenommen Situationen eine Bezeichnung oder einen Namen.

Welche Bedeutung hat das für unser Leben?

Sind wir erst einmal konditioniert und nehmen diese Konditionierung als wahr an ohne sie jemals zu hinterfragen oder beleuchten, sitzen wir leicht einer Täuschung auf.

Was hilft uns aus dieser Falle?

Anschauen, betrachten ohne zu werten und ohne zu ur-teilen. Kontemplation sagt aus: Eine allgemein Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung. Kontemplation ist auch als mystischer Weg der westlichen Tradition bekannt. In der Regel wird durch ein kontemplatives Leben oder Handeln ein besonderer Empfindungszustand oder eine Bewusstseinserweiterung angestrebt. Eine kontemplative Haltung ist von Ruhe und sanfter Aufmerksamkeit bestimmt. Somit gleicht sie der Einsicht.

Die Richtigstellung des jeweiligen eigenen Bewusstseins ist die Möglichkeit, sich aus der Falle der Illusion zu befreien, die innere Stabilität zu erlangen, die sich automatisch auch auf die Stabilität im Außen auswirkt.