Schwarzbrotspiritualität I

Gedanken aus “Gott loben, das Recht ehren, Gesicht zeigen: Das Wesen und die zentralen Aufgaben der Kirche” (aus Schwarzbrotspiritualität)

Die christliche Gemeinde ist berufen, eine andere Stimme in der Welt zu sein. Aber gerade die Volkskirche, die sich per Selbstverständnis für alle zuständig sieht, kann diese prophetische Stimme schlecht ausleben; die Kirche wird “konturenscheu” (S. 65). Da kommt es — erstaunlicherweise — gelegen, dass die Kirche nicht mehr zu den Grundfesten der Gesellschaft gehört (ein Grossbau kann heutzutage auch ohne krichlichen Segen erstellt werden): weil die Kirche nicht mehr im Zentrum steht, kann sie sich auch Einseitigkeiten erlauben, z.B. eine Parteiergreifung für die Armen.

Die Kirche bezieht ihren Wert nicht daraus, dass sie von der Gesellschaft angesehen wird, sondern von Gott: “…trösten kann uns der Glaube, dass wir auch als Kirche sind, weil wir angesehen sind, nicht weil wir ansehnlich sind. Der Glaube daran könnte der Grund einer grossen Heiterkeit sein all unseren eigenen Versuchen gegenüber” (S. 56).

Aus dieser Position erwächst das Engagement für die Welt: “…da sind die einen fromm und bedienen sich, und die anderen sind sozial engagiert und dienen. Und ich wünsche mir eigentlich, dass beides zusammen sich fügt, weil ich glaube, dass man langfristig nur dienen kann, wenn man das aus der Kraft Gottes tut. Und wer in Gott eintaucht, taucht neben den Armen auf” (S. 64, Publik-Forum Dossier).

“Sich um das Recht zu kümmern heisst für die Christen auch, erwachsen zu werden; sich selbst ernst zu nehmen; zu wissen, dass uns die Würde zugemutet ist, mit Gott das Leben zu wärmen; Mitarbeiter Gottes zu sein und nicht nur nackte Spatzenjunge, die den Schnabel aufsperren und nichts anderes erwarten als die göttliche Fütterung” (S. 68).

“Mit Gott das Leben wärmen” — kann man es schöner sagen!? Und diese (klimaneutrale :-) ) Welterwärmung hat ganz wesentlich mit Mission zu tun, “die gewaltlose, ressentimentlose und absichtslose Werbung für die Schönheit eines Lebenskonzepts”, bei der “Menschen … wahrscheinlich nicht lieben [werden], was wir lieben. Aber sie lernen, dass man überhaupt etwas lieben und für etwas stehen kann” (S. 69). (Das ist zwar ein hilfreicher Gedanke, aber von Mission im christlichen Sinn würde ich — gerade als “Werbung für die Schönheit eines Lebenskonzepts” schon etwas mehr Einsatz wünschen…).

“Unsere Kirche wird sich äusserlich und innerlich verändern. Wir werden vieles sterben sehen, und dies wird die Möglichkeit neuer Intensität und eines neuen Lebens sein. (…) Es stirbt die eurozentrische Form der Kirche, der Theologie und des Christentumg — die Kirche wird damit reicher und vielfältiger” (S. 71) — genau! Und wie bereichern ist doch gerade das!
“Vielleicht verlieren wir, um zu gewinnen. Aber zunächst verlieren wir, und man kann uns die Trauer über den Verlust nicht verbieten. (…) Trauer braucht Zeit” (ebda). Wohltuend und hoffnungsträchtig, wie hier die schmerzlichen Veränderungen nicht als Katastrophe sondern als Chance portraitiert werden!



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