Pünktchen – eine traurige Geschichte

Von skrupellosen Hundehändlern, gedankenlosen Hundekäufern und gebrochenen Herzen von Helfern, weil sie nicht alle retten können

Pünktchen – eine traurige Geschichte

Das bin Ich

Der Ort, an dem ich geboren wurde war eng, dunkel, feucht und stank nach Urin und Kot. Ich erinnere mich nicht gern daran. Mama hat sich auch nicht sehr um mich und meine Geschwister gekümmert, sie war krank und lag nur in der Ecke. Wir sind säugen gegangen, wenn wir hunger hatten, doch satt wurden wir nie und abgeschleckt leider auch nie. Meine 2 Geschwister haben auch nur in den ersten Tagen mit mir gespielt, dann lagen sie auch nur in der Ecke und haben geschlafen.

Ich wurde aus meinem dunklen Nest geholt, als meine Milchzähne gerade eine weile durchgestoßen waren. Mit einem anderen Hundebaby wurde ich in ein Handtuch gewickelt und ins grelle Licht gebracht. Es war laut um mich herum und hell und es gar sooo viele Gerüche und die andere Welpin war unruhig, sie hatte ein verletztes Auge und schaute mich aus ihrem gesunden Auge angstverfüllt an. Ich hatte auch furchtbare Angst und war so traurig, auch wenn meine Mama nur in der Ecke lag, hätte ich sie doch noch so sehr gebraucht. Statt dessen war ich nun an einem lauten, hellen und voller verwirrender Gerüche sprühenden Ort, den sie Stadt nannten, in einem Handtuch auf dem Arm eines Mädchens, was ich noch nie zuvor gesehen oder gerochen hatte.

Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst. Es ruckelte und es war laut und auf einmal waren wir an einem Ort, an dem es ruhiger war, sie nannten ihn Parkplatz.

Dort Standen andere Menschen, die uns anschauten, das Handtuch aufklappten und auf einmal laut wurden. Es waren 3 Menschen, ein Mann und 2 Frauen. Die Frauen wurden laut und schimpften mit dem Mädchen, nahmen uns 2 aber sanft aus ihrem Arm, hielten und und streichelten uns. Streicheln – aaaaah, wie schön das ist. So was schönes ist mir bisher noch nicht passiert. So sanft und so zärtlich und so mmmmmmmm. Sie hatte auch einen merkwürdig vertrauten Geruch an sich, doch ich mir fiel nicht ein, woher ich den kannte.

Der Mann schimpfte, dann fuhren wir mit dem Mädchen, den 2 Frauen und dem Mann wieder durch die Stadt. Die Geräusche kamen mir nun bekannter vor – sie werden uns doch nicht wieder in dieses Loch bringen, was ich mein Zuhause nannte? Dort war Mama, die ich so schrecklich vermißte. Aber dieser Mensch, der war so lieb und so zärtlich und so warm. Irgendwie war sie mehr Mama für mich geworden in dieser kurzen Zeit, als die, die mich gebahr.

Dann war da ein komisches Geräusch, das war laut und tat weh und dann waren da mehr Menschen, sie nannten sie Polizei. Die Polizei sagte, sie können nix tun, gegen die Menschen, denen meine Mama gehört haben sie keine Handhabe, aber die andere Welpin und ich sind jetzt Beweisstücke. Die Menschen, die so lieb zu uns waren sagten, uns geht es schlecht und wir müssen zum „Arzt“ also ließ die Polizei sie gehen, nachdem sie Fotos von uns gemacht hatte und dann brachten sie uns dort hin, zum „Tierarzt“.

Meine Angst stieg wieder und selbst die Zärtlichkeiten, die ich bekam konnten mir nicht darüber hinweghelfen. Ich sah die andere Welpin an, auch sie hatte wieder so große Angst wie ich.

Die Menschen redeten, Sachen wie skrupellos, und uns helfen und Polizei und daß es die selben waren, von denen die anderen Beiden ein paar Tage zuvor auch stammten. Jetzt wußte ich, was dieser bekannte Geruch an der Frau war. Es fiel mir wieder ein. Es war mein Bruder, meine Brüder haben so gerochen. Ob ich sie wohl wieder sehe, ob es ihnen wohl gut ging? Die Tierärztin hielt so ein kaltes Ding an mich heran und machte komische Dinge mit mir und sagte mir dabei immer, sie will mir helfen und muß mich „untersuchen“. Obwohl das alles merkwürdig war vertraute ich ihr doch. Sie war lieb und ich konnte ein echtes Interesse von ihr spüren und Ehrlichkeit, also ließ ich sie machen.

Dann hörte ich Worte wie „krank“ und „Sylvie anrufen“ und „hier bleiben“ und „mal sehen“. Dann bekam ich einige „Spritzen“ autsch, das war nicht schön, das piekste und drückte, aber sie sagten, es muß sein, damit ich wieder gesund werde. Danach kam ich in einen anderen Raum in eine Box zusammen mit der anderen kleinen Welpin. Die Tierärtztin sagte zu uns ganz lieb, wir müssen hier warten, sie kann uns leider nich mitnehmen und bald is wieder jemand da.

Die Nacht schien endlos zu sein. Mir tat das Bäuchlein soo weh, mir war schlecht und ich mußte mich die ganze Zeit übergeben und Durchfall hatte ich auch. Der anderen Welpin ging es gut, sie schlief, rutschte aber an mich heran, um mit mir zu kuscheln und mich zu trösten. Das tat gut, aber die Bauchschmerzen gingen davon nicht weg.

Am nächsten Tag war es wieder voller Menschen und ich wurde wieder untersucht und bekam wieder Spritzen und dann kam Sylvie. Sie war lieb und warm und zärtlich und sagte uns, sie nimmt uns nun mit und die Tierärztin sagte uns geht es nun gut, ich muß aber jeden Tag vorbei kommen zum Spritzen – au, das wollte ich nicht – und ich darf noch nichts essen und nichts trinken. Sylvie hatte ein kleines Mädchen dabei, ihre Tochter, Jenny. Sie nannte mich Pünktchen und die andere Welpin bekam den Namen Blacky.

Pünktchen – eine traurige Geschichte

schnell ein bischen Fange spielen, so lang ich Kraft hab

Toll, wir hatten nun einen Namen und kamen zu den beiden nach Hause. Dort gab es noch 2 andere Hunde, die waren ganz aufgeregt aber auch ganz lieb zu uns. Wir wurden viel gekuschelt und gestreichelt und endlich hatte ich ein Zuhause, wo es warm war, zärtlich, lieb und doch lebhaft und einfach schön. Wenn da nur nicht diese Bauchschmerzen gewesen wären….

Wir durften mit im Bett schlafen, weil wir so klein sind und noch Körperwärme brauchen sagte sie und es war sooo schön, einen Namen zu haben und eine Mama, die mich kuschelt, und streichelt und mir Wärme gibt.

Am nächsten Tag durfte ich in den Garten. Blacky tollte sofort mit den anderen beiden Hunden durch das grüne, hohe Gras. Mir ging es Elend, ich hatte immernoch solche Bauchschmerzen, aber die Sonne auf dem Fell, das wunderbar duftende Gras halfen mir darüber hinweg und ließen mich Kraft schöpfen. Und der Mensch, der sich so liebevoll um mich kümmerte gab mir so viel Lebensmut. So ein Leben habe ich mir immer gewünscht. Liebe, Zärtlichkeit, Freiheit und einen Verständnisvollen Menschen, der mich auch versteht.

Doch der Tag wurde ein wenig getrübt von dem Besuch der Frau, die mich abgeholt hat. Sie war wieder da, mit diesem bekannten Geruch, der aber merkwürdig verändert war. Tot. Sie erzählte meiner Sylvie, daß „der“, den sie bei sich hatte es „nicht geschafft hat“. Es war die gleiche Krankheit, die ich auch habe sagten sie – Parvovirose, was auch immer das heißen mag – das machte mich traurig, aber ich wollte kämpfen, ich hatte es doch gut jetzt. Die Tierärztin war an dem Tag auch ganz zufrieden mit mir und sagte, ich muß noch 2 Tage lang hinkommen und Spritzen bekommen und dann sollte ich es geschafft haben.

Ich genoß die nächste Nacht und den nächsten Tag im warmen grünen Gras, Blacky tobte und tollte mit den anderen beiden. Sie hatte viel Spaß, ich hätte das auch gern getan, aber ich war zu schwach, so konnte ich nur langsam durch die Wiese spazieren und auf Erkundungstour gehen. Den ersten, leichten, wässrige Brei, den ich bekam nahm ich gern, denn er sollte mir ja Energie geben, doch er grummelte durch meinen Magen, denn mein Bäuchlein tat wieder mehr weh als vorher. Obwohl ich doch die Ganze Zeit versucht habe nicht an die Schmerzen zu denken.

Der Besuch am Abend bei der Tierärztin war ganz ok, sie sagte, sie sei wieder zufrieden mit mir, aber ich brauchte eine neue Infusionsbraunüle und das tat echt übel weh. Ich beschloß aber alles zu tun und zu ertragen, um am Leben zu bleiben, weil ich jetzt gelernt hatte, wie schön es doch sein kann. Wieder zu hause angekommen hielt ich ein entspanntes Nickerchen auf der Couch von den Strapazen der Spritzen.

Später am Abend war mir so komisch und so zittrig und ich sah meine Sylvie, wie sie auf einmal nervös und aufgeregt wurde und telefonierte, was sie nun tun kann und dann fielen Worte wie „unterzuckert“ und „was soll ich machen?“. Sie half mir mit aller Kraft und ich sah, wie sehr sie sich bemühte und wieviel Angst sie auf einmal um mich hatte. Ich habe nichts von alldem begriffen, aber es war furchtbar, sie so zu sehen.

Pünktchen – eine traurige Geschichte

Nickerchen auf der Couch

Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, und auch bald über die Wiese toben wie Blacky und die anderen Beiden. Sie blieb lange wach mit mir bis tief in die Nacht und gab mir Nachts noch eine Infusion.

Am nächsten Morgen ging es mir schlecht. Ich konnte nicht einmal aufstehen um Sylvie guten Morgen zu sagen und um zu trinken und nur noch wimmern vor Schmerzen. Sylvie wachte auf und geriet in Panik, sie rief die Tierärztin an, schien sie aber nicht zu erreichen, dann telefonierte sie weiter während sie versuchte, mich zu infundieren und mir süßes Wasser in den Mund zu träufeln. Nach einer Weile kam wieder die Liebe Frau, die mich gerettet hatte von meinem tristen Schicksal. Sie sah auch besorgt aus und traurig und versuchte ebenso mir zu helfen. Die Infusionskanüle in meinem Arm funktionierte nicht mehr und die andere Frau versuchte mir eine neue zu geben. Es tat weh aber ich ertrug es, ich wollte doch Leben. Es brach mir das Herz, alle so traurig und ratlos zu sehen.

Ich bekam dann doch noch ein wenig von der Kraft gebenden Flüssigkeit und Frauchen packte mich sanft in den Rucksack und fuhr mit mir mit dem Rad zur Tierärztin. Ich steckte den Kopf aus der Tasche, die Luft war so schön und so angenehm, wenn nur nicht mein Bauch so weh tun würde und wenn mir nicht so übel wäre….

In der Praxis sah ich die Schwester, die mich als ich ankam so lieb getragen und getröstet hat. Sie schaute ebenso besorgt. Alle waren so seltsam. Was war nur los? Sie sagten etwas von „nicht quälen“ und „erlösen“, Frauchen war traurig und sagte etwas von „Chance geben“ und „versuchen“ und „nach der Infusion entscheiden“.

Was wollten sie denn entscheiden? Was war los? Hab ich etwas falsch gemacht? Ich weiß mir tut das Bäuchlein so weh, aber ich kämpfe doch. Ich bekam meine Infusion, danach stellten sie mich auf den Boden – naja, sie versuchten es. Ich war zu schwach, ich konnte nicht mehr stehen, mein Kopf war auf einmal so schwer, daß er zur Seite kippte und ich ihn nicht mehr halten konnte. Aber ich wollte doch leben. Ich wollte doch soo gern im Gras tollen mit den anderen Hunden, ich wollte doch gern zeigen, daß ich auch ein gutes Hundchen sein kann und brav und lieb und Frauchen all die Liebe zurück geben, die sie mir in der kurzen Zeit gab und noch mehr und ich wollte ihr Freude bringen und all die Tränen und die Sorge, die sich um mich hatte wieder gut machen.

Ich bäumte mich auf, stemmte meine Vorderbeine fest in den Boden und hob den Kopf. Den Po hab ich leider nicht hoch bekommen, aber ich saß, ich habe da gesessen und all meine Kraft aufgebracht dafür, sie hat ja auch so viel Kraft für mich gehabt. Doch der Boden war glatt und meine Beine rutschten und ich glitt wieder auf den Boden.

Ich sah, wie Sylvie dicke Tränen vergoß und nicht mehr reden konnte. Ich sah, wie es ihr das Herz brach und ich spürte, wie schwer es der anderen Schwester fiel, aber sie sagten, es muß sein. Und sie müssen mir helfen und mich nicht weiter leiden lassen. Frauchen sagte nur „Ich weiß, ich hab es irgendwie schon heut morgen gewußt, aber ich mußte ihr doch eine Chance geben“. Sie konnte kaum noch reden.

Ich wollte noch die Tränen von ihrem Gesicht schlecken, aber ich war zu schwach. Sie nahm mich auf den Arm und legte ihre Wange an mich und streichelte mich und versuchte sich, die Tränen wegzubeißen, was ihr nicht gelang. Hatte ich denn etwas falsch gemacht? Ich hab mich doch sooo bemüht. Ich war traurig, daß ich sie nicht trösten konnte. Statt dessen liebkoste sie mich sehr zärtlich.

Dann legten Sie ein Tuch auf den kalten Tisch, damit es mir warm ist. Durch meine Kanüle, die sie mir neu gelegt hatten floß auf einmal eine kühle Flüssigkeit, die mir alle Schmerzen nahm. Auf einmal wurde es ruhig und friedlich um mich herum.

Nun wußte ich, was mit mir passiert. Sie erlösen mich von meinem elenden Leiden. Nachdem mir dies klar war, in meinen letzten Sekunden empfand ich tiefe Dankbarkeit. Ihr habt mir in der kurzen Zeit gezeigt, daß es gute Menschen gibt. Ihr habt mir in diesen 3 Tagen gezeigt, was Liebe und Zärtlichkeit ist und ihr habt mir damit soo viel gegeben. Ich bin dankbar, so unendlich dankbar, daß ich dies noch erfahren durfte. Ich wollte gern so viel zurück geben, so viel Freude und Liebe, doch es ist mir nicht vergönnt. Statt dessen habe ich nur Zeit und Arbeit gekostet und Kummer gemacht.

Ich sah noch die Tränen auf ihren Gesichtern und Frauchen sagte, sie hat es gern gemacht und jede Sekunde war es wert und sie würde es jederzeit wieder tun. Das erleichterte mich, ich war dankbar und so müde und schlief ein, friedlich und ohne Schmerzen.


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