Profilierung mit dem Autorenblog oder: Warum jetzt Eierkuchen?

Profilierung mit dem Autorenblog oder: Warum jetzt Eierkuchen?

Liest man als beginnende Autorin die zahlreichen Marketingratgeber, so steht dort häufig die Empfehlung, einen Blog einzurichten. Die Beispiele für Artikelthemen, die in solchen Ratgebern aufgelistet werden, sind auch immer die Gleichen. Man soll seinen Lesern einen Einblick geben in den Schreibprozess oder diverse Coverentwürfe diskutieren und dergleichen. Doch was diese Ratgeber alle vergessen: Eine beginnende Autorin hat überhaupt keine Leser. Sie möchte diese erst finden. Dazu kann ein Blog auch sehr hilfreich sein, aber dann muss er ganz anders aufgebaut werden.

Die drei bisherigen Arten von Autorenblogs

Wenn man durch die weite Welt des Webs surft und sich Autorenblogs ansieht, stellt man schnell fest, dass sie grob in drei Kategorien unterteilt werden können:

Blogs von Sachbuchautoren

Die haben es leicht. Sie schreiben einfach über ihr Fachthema, etablieren sich als Experten und alle, die sich für dieses Thema interessieren, landen bei ihnen. Dann noch gutes E-Mail-Marketing mit guten Angeboten und schwups sind sie reich und berühmt.

Blogs von Belletristikautoren, die Tipps geben

Sie schreiben, wie man schreibt, veröffentlicht oder Werbung macht. Das interessiert am meisten andere Autoren oder solche, die es werden möchten. Irgendwann geben sie dann ein E-Book mit ihren Tipps heraus, das von den anderen Autoren und solchen, die es werden möchten, gekauft wird. Ob dies auch Einfluss auf die Verkäufe ihrer Belletristikbücher hat, ist umstritten. Bei entsprechend großer Menge kann das schon sein. Aber ehrlich gesagt, gibt es bereits ein jede Menge toller Experten. Man müsste schon richtig gut sein, um noch eine Nische zu finden und so viele Blogbesucher anzulocken, dass es sich auch auf die Belletristik auswirkt. Sehr unsicher, ob sie damit reich und berühmt werden.

Blogs von Belletristikautoren, die über sich und ihre Bücher schreiben

Diese Gruppe muss man unterteilen. Es gibt diejenigen, die schon viele Leser haben und für ihre Fangemeinde, ihren Tribe, schreiben. Die sind schon reich und berühmt, da ist es dann egal. Und es gibt diejenigen, die eher eine kleine Fangemeinde haben und diese ausbauen möchten. Dazu zähle ich mich. Natürlich schreibe ich gerne für meine Leserinnen und Leser. Ich liebe jeden Einzelnen davon. Aber es wäre nicht schlecht, wenn es ein paar mehr würden, von wegen reich und berühmt und so.

Der Blog ist ein eigenständiges Instrument

Daniela Sprung und Christian Müller beim Workshop

Daniela Sprung und Christian Müller
beim Workshop
Foto: Karla Rosmarin

Wenn also ein Ziel ist, mehr Leserinnen und Leser für die eigene Schreibe und die Bücher zu interessieren, muss man den Blog als ein eigenständiges Instrument betrachten. Dann sind nicht mehr andere Autoren die Vorbilder, sondern die erfolgreichen Blogger dieser Welt. Blogs wie Fee ist mein Name, Planet Backpack oder HeimatPOTTential sind die Maßstäbe, an denen man sich orientieren kann. Doch diese Blogs haben ihr eigenständiges Thema. Es bleibt also das Problem für Belletristikautoren, ein Thema zu finden, das für sich alleine funktioniert und dennoch den Bogen zu den Büchern schlägt. Um dieses Dilemma zu lösen, habe ich einen Workshop zum Thema »Positionierung und Reputation durchs Blog« besucht.

Grundlage ist das Profil

Die erste Frage, die dort gestellt wurde, war, welches Profil ich eigentlich habe? Ist gleich die erste Schwierigkeit, denn ich mag es gar nicht, in eine enge Schublade gesteckt zu werden. Aber letztlich muss es ein kurzes Statement geben, das mich beschreibt und somit auch definiert, was ich mit dem Blog ausdrücken möchte. Hier ist das Ergebnis:

Autorin, die intelligente, humorvolle und überraschende Geschichten schreibt, für Menschen, die gerne lachen und denken.

Daraus entwickelt sich das Thema


Ein Blog, der von sich aus Leser und Leserinnen gewinnen soll, muss ein eigenständiges Thema haben. Wie schon geschildert, ist dies bei Sachthemen einfach, bei Belletristik eher schwierig. Eine Möglichkeit ist, sich seine Zielgruppe näher zu betrachten. Ist man z.B. ganz fest in einem Genre verankert, kann man genretypische Themen behandeln, wie interessante Mordfälle als Krimiautorin oder das Leben der Menschen im Mittelalter für Autoren von Historienromanen.
Ich bin da leider nicht so klar einzuordnen und mag es auch nicht (von wegen der Schubladen, s.o.). Die Klammer über meine Bücher sind die Herausforderungen des Lebens, die sich meine Protagonisten zu stellen haben. Ein weiteres verbindendes Element ist der Humor. Da mich Lebensgeschichten von Menschen und die Wege, wie sie mit den Wendungen des Lebens fertig werden, generell interessieren, ist dies auch das ideale Thema meines Blogs.
Natürlich spielen das Schreiben und alle Aktivitäten rund um meine Bücher und deren Veröffentlichung ebenfalls eine große Rolle in meinem Leben und somit auch in meinem Blog. Also war das Thema »Leben und Schreiben« schnell gefunden. Doch es fehlt noch der Humor.

Jetzt kommt der Eierkuchen

Voller Ideen und motiviert, den richtigen Claim für meinen Blog zu finden, habe ich mit Edda Klepp gechattet und die verschiedenen Ideen diskutiert. Sie brachte es dann auf den Punkt und auch mit Punkten. Den neuen Claim von Veras Welt

Leben. Schreiben. Eierkuchen.

Wie ich finde, stellt dies klar die Themen meines Blogs dar und drückt gleichzeitig aus, dass es durchaus mit Humor zugeht. Gleichzeitig passt diese Überschrift auch prima zu meinen Büchern. Die perfekte Klammer also. Ich bin jedenfalls begeistert.
Der Claim findet sich im Menü oben wieder. Zukünftig werden die Artikel den Themen zugeordnet. Jetzt bin ich gespannt, wie dies von dir und den anderen Besucherinnen und Besuchern meiner Welt im Web angenommen wird.
Ich freue mich auf dein Feedback.  

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