Pro Zusammenarbeit Ärzte und Apotheker

Bei der Diskussion von wegen “Apotheker sind unnötig” habe ich erwähnt, dass es Studien gibt, die beweisen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker ist – für den Patienten und das Gesundheitswesen.

Damals war ich zu faul zu beschreiben, welche. Das hole ich hiermit nach.

Thierry Philbet hat im  Pharmajournal 18 vom 9.2013 die Arbeit dazu schon gemacht:

Eine lückenlose Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Ärzten – sowohl im Spital als auch im ambulanten Bereich – kann mithelfen die Patienten mit der besten Medikation zu versorgen. Sie kann die Therapietreue stärken, Fehler verhindern und die Pharmakovigilanz verbessern. Die Zusammenarbeit um Team von Ärzte und Apothekern kann helfen eine der grössten Herausforderungen der heutigen Medizin erfolgreich zu bewältigen: die mikrobielle Resistenz. Die Ausbildung und das Know How der Apotheker sind viel zu wertvoll, um nur für den Verkauf verwendet zu werden.

und da sind ein paar Studien, die zeigen, dass die Zusammenarbeit erfolgreich ist:

Ramsey et al.: Physician-Pharmacist Collaboration in the Management of patients with Diabetes Resistant to usual Care. Diabetes Spectrum Volume 21 Number 3, 2008 Dabei geht es um eine Verbesserung der Betreuung schlecht eingestellter Diabetiker Typ 2. Im Vergleich zur normalen Behandlung durch einen Arzt brachte die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker grössere Verbesserungen des Metabolischen Syndroms: 39.1% (Arzt mit Apotheker) gegenüber 24.7% (nur Arzt).

Eine in der Fachzeitschrift „Archives of Internal Medicine“ veröffentlichte Studie 2010 zeigt, dass eine von Ärzten und Apothekern gemeinsam getroffene Wahl der besten Therapieoption und Empfehlung einer angepassten Lebensweise und ernährungsbezogener Massnahmen brachte eine bessere Adhärenz, Senkung des Blutdrucks (Systolisch und diastolisch) und zwar signifikant: Die Zusammenarbeit bringt bei 75% der ambulanten Patienten eine Senkung des Blutdrucks auf akzeptable Werte, jedoch nur bei 50% wenn sich ausschliesslich der Arzt damit befasst hat.

Aus den „Annals of Pharmacotherapy“ 2010: da untersucht eine Studie den Einfluss der Zusammenarbeit im Rahmen eines Schweizer Pilotprojektes in Freiburg auf die Gesundheitskosten. 6 geschulte Offizinapotheker dämpften die Verschreibungspraxis von 24 Allgemeinmedizinern. Über einen Zeitraum von 9 Jahren sah man in der Zielgruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe eine Senkung der Arzneimittelkosten um 42%. D.h. Einsparungen von 225000 Dollar pro Allgemeinpraktiker allein im Jahr 2007. Bei diesem Pilotprojekt ging es um die Bildung von Qualitätszirkeln. Ärzte und Apotheker bilden sich gemeinsam weiter und tauschen in mehreren Treffen jährlich Informationen aus über den rationellen Arzneimittelgebrauch.Das führte bei den Ärzte zu einer besseren Einhaltung der klinischen Behandlungsprotokolle, zu einer häufigeren Anwendung von Generika.

Da ist noch Luft drin. Sowohl bei den Studien als auch bei der Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker. Gut, die Apotheker in den oberen Studien waren darauf vorbereitet und entsprechend weitergebildet. Die Grundlagen haben wir im Studium bekommen. Danach kann man sich weiterbilden und auch Spezialisieren. Es gibt Richtlinien für die Behandlung von Krankheiten – und die ändern gelegentlich, auch weil man sowohl neue Medikamente als auch neue Erkenntnisse bekommt. Da ist es beim Arzt wie beim Apotheker: wenn er/sie länger eine Praxis hat, hat er wohl viel Erfahrung, aber vielleicht nicht die neusten Erkenntnisse. Dann geht es darum die so anzuwenden, dass es den besten Effekt hat. Und da kommen die Apotheker ins Spiel. Ich finde diese Qualitätszirkel eine wirklich gute Sache!

Inzwischen engagieren sich rund 500 Ärzte und 100 Apotheker schweizweit in 65 Qualitätszirkeln – das scheint auch bei den Ärzten gut anzukommen.

Das Problem sind hier oft die Ärzte in den Kantonen, die SD: selbstdispensierend sind. Da wird der Arzt zur Konkurrenz der Apotheker und benimmt sich leider oft auch so: kein Interesse mehr an Zusammenarbeit :-(


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