Pornografische Schüler-Pflichtlektüre

Pornografische Schüler-Pflichtlektüre

Foto: Jens-Olaf Walter

Pornografische Schüler-Pflichtlektüre

im Land der Dichter und Denker

oder

was Schüler heute lesen müssen und Lehrer vermitteln sollen.

von Inge M. Thürkauf

Für die Integrierte Gesamtschule in Niedersachsen wurde für das Schuljahr 2010/2011 ein Buch als Pflichtlektüre in Form eines Romans festgelegt, dessen Inhalt sich vor allem an einem Vulgär-Vokabular orientiert.

Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, kommt zum unmißverständlichen Ergebnis, daß gerade in einer Zeit, in der die Jugend vor allem in den Medien zwanghaft sexualisiert wird, das zentrale Thema einer verpflichtenden Lektüre nicht auch noch die Sexualität behandeln sollte. darüber hinaus in einer Sprache, die in keinem Fall dem Bildungsauftrag einer Schule gerecht wird.

Frauen erscheinen in diesem Roman entweder als attraktiv und klug und damit sexuell begehrenswert oder abgewertet als häßlich und dumm.

Männer sind entweder häßliche Schlappschwänze oder omnipotente Adonis-Typen.

Doch dieses Buch wurde mit dem Deutschen Bücherpreis für das beste Debüt ausgezeichnet, was die literarische Qualität auch nicht verbessert, und schon gar nicht für den Deutschunterricht empfiehlt.


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