Nachrichten, 31. März

Schweden - Politik
Die Regierung kam mit der Zentrumspartei und den Liberalen überein vorübergehend die Bedingungen für das Arbeitslosengeld zu verbessern, so dass mehr Arbeitnehmer davon profitieren können. Zum einen muss man nun während der vergangenen sechs Monate nicht mehr jeweils mindestens 80 Stunden gearbeitet haben, sondern nur noch 60 Stunden pro Monat, zum anderen wird der Grundbetrag bereits nach drei Monaten Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung angehoben, und zum dritten wird der Höchstbetrag von gegenwärtig 910 Kronen am Tag auf 1200 Kronen angehoben. Da es sich hierbei um ein Krisenpaket handelt, sind diese Bedingungen natürlich nur vorübergehend gültig.
Schweden - Wirtschaft
Nur in der vergangenen Woche beantragten in Schweden knapp über 200 kleinere Aktienunternehmen den Konkurs und 53 beantragten eine Rekonstruktion. Die Zahl der Konkurse lag in der vergangenen Woche doppelt so hoch als in der gleichen Woche des Vorjahres, wobei letzte Woche allerdings kaum neue Firmen gegründet wurden. Bei nahezu allen Konkursen handelte es sich um Firmen, die unter Normalzeiten überleben konnten, jedoch bei einem Umsatzeinbruch von 60 bis 80 Prozent keinerlei Überlebenschance mehr hatten, da der Umsatz zu gering war um mit den Kreditgebern und Lieferanten ein Abkommen schließen zu können.
Schweden - Arbeitswelt
Das schwedische Arbeitsamt teilte gestern mit dass die Zahl der Arbeitslosen und jener, denen die Kündigung bereits angekündigt wurde, eine Rekordhöhe erreicht habe, wobei vor allem Restaurants und Hotels für nahezu die Hälfte der Kündigungen zeichnet, da man dort einen halbwegs normalen Betrieb nicht vor Juni oder Juli wieder finden wird und die finanziellen Reserven dann vollkommen aufgebraucht sein werden, so dass man dort auch im Sommer nur mit einem Minimum an Personal arbeiten kann. Die Situation für Freiberufler jeder Art ist indes teilweise noch kritischer, da viele unter ihnen alles verlieren was sie besitzen, aber auch keinerlei Unterstützung von der Regierung oder Arbeitsamt erhalten.
Schweden - Landwirtschaft
Während in Schweden immer größere Teile der Bevölkerung in der Arbeitslosigkeit landen, sucht man in der Landwirtschaft verzweifelt Arbeitskräfte, da die Saisonarbeiter aus Billigländer nicht ausreisen dürfen. Da daher sehr viele Lebensmittel nicht geerntet werden können, ist bei schwedischen Produkten dieses Jahr eine bedeutende Preissteigerung zu erwarten. Aber auch Importware aus Spanien wird sehr teuer werden, da auch dort keine Saisonarbeiter mehr einreisen können, die allerdings teilweise für Sklavenlöhne arbeiten mussten. Einige Preise könnten sich bis Sommer Verdoppeln, sollte die Corona-Krise nicht sehr bald zu Ende gehen.
Schweden - Gesundheit
Trotz der sehr optimistischen Aussagen des schwedischen Gesundheitsamts starben in Schweden bereits mindestens 146 Personen am Covid-19, ohne dass indes bisher der Höhepunkt der Krankheit erreicht sei. Im Nachbarland Dänemark, das strikte Restriktionen einführte und bereits über eine Woche früher vom Coronavirus betroffen war als Schweden, starben nur 77 Personen, und die Menge der Angesteckten geht bedeutend zurück, so dass man dort möglicherweise bereits im Mai zum normalen Leben zurückkehren kann. Dennoch verteidigt das schwedische Gesundheitsamt weiterhin seinen Standpunkt die einzig richtige Entscheidung Europas getroffen zu haben.
Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

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