Mordsgeschäfte – Rezension

Mordsgeschaefte Cover Mordsgeschäfte   RezensionMordsgeschäfte
Von Martin Sudermann
240 Seiten
Maße: 125 x 196 mm
Broschur
ISBN: 978-3-95400-028-9

Leseprobe und Direktbestellung

Der Autor:
Der Journalist Martin Sudermann ist im Sauerland aufgewachsen. In seinem Krimidebüt beweist der heute in Köln lebende Autor neben großer Sachkenntnis viel Gespür für die Sauerländer Mentalität, Spannung und Timing.

Klappentext:
In den rauchenden Ruinen des ausgebrannten Verwaltungsgebäudes einer Fabrik im sauerländischen Örtchen Grüneck entdeckt die Feuerwehr eine Leiche. Ein Unfall, ein Einbrecher? Aber wieso dann der Schädelbruch? Spätestens, als sich der Tote als ein aktenkundiger Linksradikaler entpuppt, der sogar weitläufig mit dem Besitzer der Metallfabrik verwandt war, ist es mit der Ruhe in Grüneck vorbei. 

Unabhängig voneinander beginnen Kommissarin Ulrike Schrader von der Hagener Kripo und der aus der Grünecker Idylle nach Köln geflüchtete Journalist Thomas Krüdewagen, in ihrer Sauerländer Heimat in der Vergangenheit zu wühlen.


Rezension:
Eine einsame Gegend im Sauerland. Ein noch einsamer wirkender, älterer Herr auf dem Weg zu einer Fabrik. Dort erwartet ihn der Tod.

Seine Leiche wird wenig später in dem ausgebrannten Gebäude der Firma “Schürmann” aufgefunden und gibt der Kommissarin Ulrike Schrader einige Rätsel auf. War es Mord oder doch nur ein Unfall? Bevor sie diese Frage jedoch beantworten kann, wird ihr der Fall des getöteten Michael Dransfeld ziemlich schnell und ohne besonders erkennbaren Grund vom LKA abgenommen und ihr ehemaliger Schulkamerad und Journalist Thomas Krüdewagen hat ganz plötzlich aus persönlichen Motiven ein Interesse an der Geschichte und es gibt ein neues Mordopfer.

Die Story um getöteten Menschen gerät in dem Buch sehr schnell in den Hintergrund, da Thomas bei einem Gespräch mit seiner Mutter erstaunt einige Details über die Nazivergangenheit seines Großvaters, des Fabrikgründers Schürmann, erfährt.

…Thomas stutzte: “Was heißt hier Ostarbeiter?” “Die wurden uns zugewiesen und kamen aus der Ukraine.” “Moment mal! Ihr hattet Zwangsarbeiter?” Thomas fiel aus allen Wolken. “Das höre ich ja jetzt zum ersten Mal!”…

…”Weißt du, was aus denen geworden ist? Haben sie überlebt?” “Dazu kann ich nichts sagen. Willst du noch etwas essen?” “Nein, danke!” Das Gespräch nahm einen merkwürdigen Verlauf und erinnerte ihn an frühere Familienstreits über die Nazizeit. “Wir haben von all dem nichts gewußt!” lautete der Standardspruch, über den sich Thomas am meisten aufgeregt hatte…

Trotz der ablehnenden Haltung seiner Mutter und vieler anderer Bewohner seines Geburtsortes gräbt Thomas weiter in der dunklen Vergangenheit und kommt nach und nach einigen Geheimnissen auf die Spur.

Die Verarbeitung der Wahrheit fällt ihm sehr schwer, da sich schnell herauskristallisiert, daß die Zwangsarbeiter nicht immer so gut behandelt wurden, wie seine Mutter das darstellt. Nicht nur, daß der Ort Grüneck – entgegen aller Behauptungen – als “braunes Nest” bekannt war, sogar ein Straflager der Nazis war hier untergebracht.

Es ist manchmal schwer, mit seiner Vergangenheit umzugehen. Thomas schafft es nicht nur, einige Greultaten aus der Vergangenheit zu klären, er besucht sogar einen der ehemaligen Zwangsarbeiter in der Ukraine und bekommt durch das Gespräch mit dem alten Mann eine andere Ansichtsweise.

Dieses Thema ist, immer noch, sehr heikel. Doch der Autor hat es es sehr gut geschafft, die verschiedenen Seiten der damaligen Zeit darzustellen. Da erzählen Zeitzeugen, die noch Kinder waren und es tauchen Akten auf, die viele Jahre versteckt wurden.

Nach und nach formt sich ein Bild und der Zusammenhang zum Fall der Kommissarin lichtet sich.

Auch wenn das Ende nicht überrascht, bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. Die Spannung, ob die Geschichte aufgedeckt werden kann, wie das Leben damals war. Ebenso wie die Spannung, ob es gelingt, auch heute noch Kriegsverbrecher zu verurteilen für das, was damals geschah…

“Du weißt, die meisten Verfahren gegen NS-Verbrecher wurden eingestellt. Wenn trotzdem Anklage erhoben wurde, gingen die Täter meistens straffrei aus, aus Mangel an Beweisen.” “Schon, aber du hast kürzlich etwas gesagt, worüber ich nachgedacht habe. Es ginge nicht unbedingt um die Bestrafung der Täter, sondern um die Anerkennung der Schuld gegenüber den Opfern.”


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