Manipulationen bei Sportwetten nehmen zu

Credit: flickr/chad davis

Schockierende neue Einblicke im Bochumer Fußball-Wettskandal: Bis zu 100 Fußballspiele sollen allein in den letzten fünf Monaten manipuliert worden sein, erklärte ein Sachverständiger vor Gericht. Bei über 90 Prozent der betroffenen Partien sei das Spiel wie erwartet ausgegangen. Die Manipulationen finden weltweit statt, in mindestens 24 Ländern in Europa sollen Spiele manipuliert worden sein – besonders lukrativ sei der asiatische Markt.

 

Der Geschäftsführer des von den führenden Fußballverbänden verwendeten Frühwarnsystems „Betradar“, Carsten Koerl, hat bei seiner Zeugenaussage im Bochumer Wettskandalprozess die erschreckenden Ausmaße der verschobenen Fußballspiele deutlich gemacht. Obwohl die Hauptverdächtigen im Prozess, Ante Sapina und Marijo C., seit November 2009 in Untersuchungshaft sitzen und sich ab dem 21. März vor Gericht verantworten müssen, gehen die Manipulationen nicht zurück. Im Gegenteil.

„Manipulationen nehmen zu“, erklärte Koerl. Nach Analysen seiner Firma, die unter anderem für DFB, DFL und UEFA Informationen zu potenziell verschobenen Partien sammelt, seien allein in den vergangenen fünf Monaten 70 bis 100 Spiele manipuliert worden. Zu über 90 Prozent habe er voraussagen können, wie das Spiel ausgeht, sagte Koerl, der als Sachverständiger für den deutschen und internationalen Sportwetten-Markt im Bochumer Prozess aussagt. In 24 europäischen Ländern sollen bereits Spiele verschoben worden sein.

Die steigende Tendenz erklärt Koerl allerdings auch mit verfeinerten Analysen von „Betradar“. Seine Firma analysierte seinen Angaben zufolge rund 33.000 Spiele pro Jahr. Das Frühwarnsystem registriert dabei Bewegungen im Wettmarkt. Spieler und Schiedsrichter und mögliche Verbindungen der Beteiligten untereinander, sowie Quoten von 300 Wettanbietern werden erfasst. Insgesamt liege die Anzahl der als manipuliert verdächtigen Spiele allerdings „im Promillebereich“, so Koerl.

Wetten in Hinterzimmern werden vom System nicht erfasst

Die im aktuellen Bochumer Verfahren verdächtigen Partien waren dem Warnsystem dennoch entgangen. Allein in Deutschland sind hier 69 Spiele betroffen, den mutmaßlichen Wettpaten Ante Sapina und Marijo C. werden Bestechungen in 47 Fällen vorgeworfen. Koerl erklärt, es gebe Situationen, in denen das Frühwarnsystem nicht greife: „Es gibt Märkte, die mit unserem System nicht erfasst werden können, zum Beispiel, wenn Wetten in Hinterzimmern angeboten werden.“

Dem Experten zufolge würden auf dem deutschen Wettmarkt allein vier Milliarden Euro jährlich für Wetten auf Fußballspiele ausgegeben, wobei der staatliche Anbieter Oddset nur mehr einen Anteil von fünf bis zehn Prozent ausmacht. Insbesondere der asiatische Markt sei für Profi-Spieler lukrativ, da hier hohe Einsätze möglich seien und gleichzeitig Buchmacher nur eine geringe Gewinnspanne besitzen, während staatliche Anbieter bis zu 50 Prozent selbst als Gewinn einbehielten. Auch Ante Sapina und Marijo C. hatten im Bochumer Prozess eingeräumt, vor allem auf dem asiatischen Markt Wetten abgegeben zu haben.

Bastian Weber bloggt zur Europa Liga und zum Pokalfinale

 


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