Felix Magath prangert Protest-Profis an

Credit: Wikipedia/Memorino

Die Debatten um die trotz laufender Verträge wechselwilligen Bundesliga-Profis Demba Ba, Ruud van Nistelrooy und Jefferson Farfan sorgen im Fußballgeschäft für Empörung. Schalke-Trainer Felix Magath kritisierte öffentlich die Methoden der wechselwilligen Spieler an. Doch er sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Denn auch er spielte bei Schalke nicht immer nach den Regeln.

Für Schalke 04-Coach Felix Magath ist die Situation klar: Einmal sind da die gierigen Fußball-Profis, die nur auf das große Geld aus sind und die ihren Clubs gegenüber keinerlei Loyalität empfinden. Und dann sind da die Vereine, die Opfer im Fußball-Business, die den Launen und Geldforderungen der Spieler schonungslos ausgesetzt sind.

Die Empörung ist ja berechtigt: Die Streikdrohung des Hoffenheimer Profis Demba Ba, der einen Wechsel in die Premier League erzwingen möchte; die Provokationen des verspätet zurückgekehrten Schalkers Jefferson Farfan und jetzt Gerüchte um einen Wechselwunsch von Ruud van Nistelrooy zu Real Madrid – und das alles trotz bestehender Verträge und eigentlich eindeutiger Rechtslage.

Und trotzdem ist die Wucht von Magaths jüngstem Rundumschlag in einem Gastbeitrag im “Hamburger Abendblatt” erstaunlich.

Ausführlich kritisierte er darin, wie schwierig für die Vereine der Umgang mit der Macht von abwanderungswilligen und streikenden Profis ist. Er forderte harte Strafen für die Spieler und eine neue Vertragsgestaltung. Eine etwas einseitige Sicht der Dinge, bedenkt man, dass der Trainer und die Vereinsbosse auch umgekehrt Macht über die Spieler und deren Zukunft haben. Sind sie mit der Einstellung eines Spielers nicht zufrieden, kann dieser mal eben in die 2. Liga verbannt werden. Auf Schalke so geschehen z.B. mit Jermaine Jones, Alexander Baumjohann und Hans Sarpei. Für die Profis aus sportlicher wie finanzieller Sicht ein Problem. Oft werden unliebsame Profis so zum Wechsel angeregt.

Magath sieht außerdem das Machtverhältnis zwischen Vereinen und Profis gestört, weil Vereinen „rechtliche Mittel und vertragliche Wege fehlen, dieser Abhängigkeit ohne nennenswerten Verlust zu entfliehen“. Er kritisiert ein Urteil des EuGH aus dem Jahre 1995, das Fußballspielern trotz Jahresgehältern in Millionenhöhe dieselben Rechte wie normalen Arbeitnehmern zusichert. Er scheint dabei zu vergessen, dass er sich selbst diese Regelungen schon zunutze machte, als er 2007 von Bayern München beurlaubt wurde und weiterhin Gehalt bezog.

Auch einen vorzeitigen Wechsel trotz bestehenden Vertrag hat Magath selbst schon vollzogen – im Sommer 2009 verließ er den darüber überraschten VfL Wolfsburg in Richtung Schalke 04, obwohl sein Vertrag noch bis 2010 lief. Und auch mit Gegenwehr des anderen Vereins nahm Magath es in der Vergangenheit nicht so genau. Als der FC Schalke seinen jetzigen Sportdirektor Horst Heldt im Vorjahr beim VfB Stuttgart abzuwerben versuchte, stieß er dort auf heftige Gegenwehr. Auf Magaths Betreiben hin kam Heldt trotzdem. Wenn es dem eigenen Verein nutzt, empfindet Magath diese so heftig kritisierte Praxis wohl als völlig legitim.

Magdalena Ehnes bloggt zur Bundesliga und zum DFB-Pokal


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