Le Raymond

leraymond

Bohnen:

  • Classic: Henauer Los Pinos, Nicaragua, washed.
  • Modern: Stoll Pampojila, Guatemala, washed.

Röster: G. Henauers Sohn AG (Henauer Kaffee), Höri / Stoll Kaffee AG, Zürich

Maschine: La Marzocco GB 5 (Siebträger)

Wo: Bleicherweg 8, Zürich

Bericht:

Le Raymond ist der neue Bruder von Grande und Bovelli, zwei etablierte Café-Bars und beliebte Anlaufstellen von Kaffeeliebhabern. Somit könnte dieser Testbericht auch gleich beendet werden, denn kaffeetechnisch haben diese drei Lokale ihr Konzept nun vereinheitlicht und deshalb war seit meinem letzten Besuch im Bovelli auch klar, was ich hier antreffen würde. Bereits von einer Kette zu sprechen, wäre wohl etwas übertrieben und diverse vergleichbare Konzepte im Ausland zeigen auch, dass ein Wachstum in diesem Umfang noch lange kein Qualitätskompromiss bedeuten muss. Aber klar, erfahrene Baristi gibt es nicht wie Sand am Meer und entsprechend wird die Aufgabe der überbetrieblichen Qualitätssicherung immer wichtiger. Und selbst als Verfechter von Vielfalt und Abwechslung bevorzuge ich natürlich viele Cafés mit gutem wenn auch gleichem Kaffee über viele Cafés mit schlechtem dafür verschiedenem Kaffee. Abgesehen davon, ganz so monoton, wie das jetzt vielleicht klingt, ist das Angebot nämlich gar nicht, schliesslich wartet das neue Einheitskonzept mit zwei verschiedenen Kaffees auf: Einem etwas traditionelleren Espresso namens „Classic“, der entsprechend schokoladig, leicht rauchig, und säurearm ist, sowie einem moderneren Espresso „Modern“, wie man ihn eher im Spezialitätensegment trinkt, mit fruchtigen Noten und mehr Säure. Da der zweite mehr meiner persönlichen Präferenz entspricht, trinke ich bei meinem Besuch nur diesen. Auch im Le Raymond bekomme ich eine gute Extraktion serviert, die Qualitätssicherung scheint also zu greifen. Ebenfalls teil des neuen Konzeptes, sind die Mythos Mühlen von Nuova Simonelli, die neuen Lieblingsspielzeuge im Spezialitätensegment. Das Highlight in dieser neuen Bar ist wohl die Aussenterrasse unmittelbar am Schanzengraben. Ansonsten erinnert sie im Innern etwas an das nur wenige Schritte entfernte La Stanza, womit sich natürlich die Frage stellt, ob sich das Le Raymond konzeptuell genügend abgrenzt, denn „Classic“ wird bereits dort erfolgreich serviert, während auf der anderen Seite des Paradeplatzes die Milchbar schon mit „Modern“ auf Kundenfang ist. Eine Bereicherung für Zürich ist es allemal, und spätestens wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird, dürften die Aussenplätze wohl zu einem wahren Highlight im Kreis 1 werden. 5 Zürich-Bohnen für ein weiteres, solides Café mit transparenter Kaffeekommunikation.



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