Konsequenzen der Creative Cloud

Die anstehende Verpflichtung zur Creative Cloud wirft unerwartet Fragen, wohin sich meine Tätigkeit als Seminarleiter und Autor in den nächsten Jahren entwickeln wird. 12 Schulungsrechner mit Photoshop, Illustrator und InDesign auszustatten kostet im Jahr 7200 Euro. Adobe CS war schon bisher kein Schnäppchen. Dafür müssen viele Seminarplätze verkauft werden. Für einen kleinen Seminaranbieter, wie die Akademie an der ich unterrichte, kein Pappenstiel (für große Anbieter wohl auch nicht anders). Natürlich könnte man die Kosten an die Kunden weitergeben, aber ob die das akzeptieren werden?

Die Frage ob CC ja oder nein hat für mich vor dem Hintergrund, dass Bücher zu Photoshop und das Unterrichten der Creative Suite einen wesentlichen Teil meines Umsatzes ausmachen, somit schweres Gewicht und weitreichende Konsequenzen. Aber wieso nicht einfach einsteigen? Wieso bin ich nicht so begeistert, wie offensichtlich doch ein Teil der Adobe-Kunden, oder nehme es nicht zumindest so wie es ist?

Folgende Punkte geben mir zu denken und ich frage mich, ob die Befürworter der Creative Cloud darüber nachgedacht haben:

  • Creative Cloud bedeutet lebenslänglich. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Wer in die Cloud einsteigt und Programme wie Illustrator oder InDesign nutzt wird nie wieder aus dem Abo aussteigen können, will er die damit entstandenen Daten noch nutzen. Ganz egal, was Adobe in Zukunft macht und wie sie an der Preisschraube drehen werden. Das ist keine Schwarzmalerei sondern schlichte Tatsache.
  • Ich arbeite seit ein paar Wochen mit einer Testversion von Adobe Photoshop CC. Was es in dieser neuen Version an Neuerungen gibt sind ein paar Peanuts. Schon seit vielen Versionen sind die Innovationen in neuen Photoshop-Versionen überschaubar. Aber was in Photoshop CC neu ist, wird von den meisten anderen Software-Anbietern als kleine Zwischenversion kostenlos angeboten. Die einzige nennenswerte Änderung ist, dass man Photoshop CC nicht mehr kaufen kann. Man könnte es so sagen: Wer Photoshop CS6 hat und in in CC einsteigt mietet das Programm das er bereits bezahlt hat.
  • Adobe ist ein Börsennotierter Konzern. In solchen Konzernen geht es vor allem darum Gewinne zu maximieren. Ein Unternehmen mit Produkten ohne Alternativen hat beste Voraussetzungen zur Gewinnmaximierung. Wer keine Mitbewerber hat, muss sich um Kundennutzen nicht scheren. Zumal dann, wenn es für den Kunden beim Auftauchen von Mitbewerbern ausserordentlich schmerzhaft würde umzusteigen (ich spreche hier vor allem von InDesign) und man eine Schlüsseltechnologie wie PDF in der Hand hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun nicht die Frage ob Adobe in Zukunft in Innovation und Weiterentwicklung investieren wird, sondern weshalb sie das tun sollten.
  • Soweit ich es mitbekomme überwiegt die Abneigung dem neuen Mietmodell gegenüber und einige Anwender rufen dazu auf CC zu boykottieren und bei CS zu bleiben. Das wäre im Grunde leicht möglich, denn Photoshop bietet für mich seit CS3 keine Änderungen mehr, die man haben muss, Illustrator hat für mich sogar schon länger, alles was ich brauche und einige Sachen mochte ich früher mehr, und mit InDesign CS4 hat man eigentlich auch alles was man braucht, sofern man keine Layouts für die digitale Publikation erstellen möchte. Ich denke also auch darüber nach bei CS6 zu bleiben. Allerdings unterstelle ich, dass es nur ganz wenigen Anwendern von InDesign möglich sein wird CC zu entsagen. In ein oder zwei Jahren werden die meisten in der Creative Cloud gelandet sein. Auch ich, will ich Daten von Kunden übernehmen oder mit ihnen austauschen können.

Mein Leben lang schon sträubt sich bei mir alles bei Zwängen und Befehlen. Ich entscheide gerne autonom. Dass Adobe mich hier vor die Alternative »friss oder stirb« stellt geht mir komplett gegen den Strich. Wer mit dem Zwang zu CC kein Problem hat, sollte sich fragen bei welchem »Friss oder stirb« bei ihm das Fass überläuft.


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