Königin Elisabeth

Charmant, cool, Castingopfer: Elisabeth Hübert ist nicht eines von den abgehalfterten DSDS-Sternchen oder in der Versenkung verschwundenen Popstars-Bandmitglieder, die gerade mal – mit viel Wohlwollen – als F-Promis gelten und sich irgendwann in den Dschungel verziehen. Elisabeth entsprang auch einem Casting, und auch sie hat sich in den Urwald zurückgezogen – allerdings nicht in den australischen.

Wie ein Engel: Elisabeth Hübert verzaubert die Musicalwelt. Foto: Stage Entertainment

Wie ein Engel: Elisabeth Hübert verzaubert die Musicalwelt. Foto: Stage Entertainment

So viel hat sie eigentlich noch gar nicht gemacht, dafür aber mit enormer Wirkung. Elisabeth Hübert liebt und lebt das Theater, auf die Frage nach Hobbys antwortet sie meist, dass sie keine habe, dass sie ihre gesamte Energie in ihren Beruf stecke. Und das merkt man, in jeder Hinsicht.

Vom Gretel zur Jane

Königin Elisabeth

Sprungbrett Dschungel: Elisabeth Hübert als Jane in Disneys Musical “Tarzan”. Foto: Stage Entertainment

Die gebürtige Tadschikistanerin wuchs in Lübeck auf und begann dort schon im Alter von fünf Jahren mit dem Singen – in einer Kindergesangsgruppe. Als Gretel in Humperdincks Hänsel und Gretel zeigte sie schon früh, welch großes Talent in ihr steckt, und wich dem städtischen Theaterkinderchor nicht von der Seite. Als Neunjährige erhielt Elisabeth Hübert dann ihren ersten, professionellen Gesangsunterricht an der Lübecker Musik- und Kunstschule. Ihren ersten Preis gewann sie 2001, beim “Stimmtreff” an der Sängerakademie Hamburg im Bereich Musical. Da sich eben jenes Künstlerfeld nicht nur aus Gesang ernährt, spielte die heute 26-Jährige im selben Jahr in den ARD-Serien “Großstadtrevier” und “Aus gutem Haus” mit, um obendrauf auch noch ihr Schauspieltalent unter Beweis zu stellen.

Der richtige Ernst des Musicallebens ging für Elisabeth Hübert dann mit 16 los: Sie bekam einen Platz an der renommierten Hamburger Stage School und begann ihre Ausbildung in den Fächern Klassik, Musical und Pop. Prompt hagelte es Erfolg: Die Künstlerin gewann den Wettbewerb “Jugend kulturell Förderpreis” und übernahm die Rolle der Gerda in Hans Christian Andersens Märchenmusical Das kalte Herz, bevor sie 2007 nach ihrem Abschluss mit Diplom zum festen Ensemblemitglied des ABBA-Musicals Mamma Mia! wurde. Ein Jahr später kam dann endgültig der große Durchbruch, und das ausgerechnet durch ein Casting. Doch die Sat1-Sendung “Ich Tarzan, Du Jane” erwies sich als Sprungbrett: Elisabeth Hübert überzeugte Phil Collins & Co. und gewann die Hauptrolle der Jane in Disneys Musical Tarzan. Seither ist die 26-Jährige in der Branche gefragt wie nie.

Image-Exit

Königin Elisabeth

Bissig: Elisabeth Hübert als Sarah im Musical “Tanz der Vampire” bei “Best of Musical 2012″. Foto: Stage Entertainment

Elisabeth Hübert hat ihren Weg perfekt gezeichnet. Das Erfolgsmusical Tarzan nutzte sie drei Jahre lang, um sich einen festen Namen zu machen. Rechtzeitig hat sie der Stage-Produktion aber den Rücken gekehrt – gut so, denn sonst würde ihr womöglich das Image der ewigen Jane anhängen. 2012 stand sie in Potsdam auf der Bühne, als Erstbesetzung der Wilhelmine im Musical Friedrich – Mythos und Tragödie. Freunde hatten mich damals oft gefragt, warum Elisabeth um alles in der Welt so eine Rolle annimmt, wenn sie doch einen festen Platz bei der großen Stage hatte. Ich kenne die Antwort nicht – es gehört in jedem Fall viel Mut und Selbstvertrauen dazu. Und Elisabeth Hübert hat gezeigt, dass sie viele unterschiedliche Rollen verkörpern kann. Sorgen braucht sie sich sicher nicht machen – auf kleine Rollen ist sie längst nicht mehr angewiesen.

Wie schön zu sehen, dass Casting auch mal erfolgreich geht :)


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