Gaddafi haut Guttenberg raus

Gaddafi haut Guttenberg rausZack, so schnell geht das. Vor ein paar Sekunden noch war der Tahrir-Platz in Kairo der Mittelpunkt der deutschen Medienwelt, dann platzte plötzlich der Verteidigungsminister mit einer vom Ghostwriter abgeschriebenen Doktorarbeit herein - und einen Wimpernschlag später findet sich mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar Gaddafi ein mutiger nordafrikanischer Despot, der den aufstrebenden von Guttenberg aus dem Visier der "Brennpunkte" nimmt. Mit einer "verwirrten" (n-tv) Rede im "TV" (Bild) hat sich der wie immer in Fremen-Tracht auftretende Mann mit der Panorama-Brille für den Titel "Machthaber des Monats" beworben und den bayrischen Plagiator auf die Plätze verwiesen.
"Ich werde als Märtyrer sterben", sagte der gestern noch auf der Flucht nach Venezuela gewähnte Irre von Tripolis, dem es über Jahre gelungen war, sich die deutsche Musterdemokratie mit zuverlässigen Öllieferungen gewogen zu machen. Obgleich der ehemalige Oberst und oberste Putschist gemäß der geografischen Abläufe der Afrika-Aufstände mit einem Rücktritt dran wäre, gibt es sich trotzig. Er denke gar nicht daran, seinen Posten zu verlassen, sagte Gaddafi, der ganz im Sinne von Gunnar Heinsohn "jugendliche Verbrecher" für die Unruhen in seinem Land verantwortlich macht. Die werden noch da sein, wenn Gaddafi längst fort ist. Ebenso übrigens wie Theo Guttenberg.
Bild oben: Parallelwelt-Presseschau ohne Libyen-Revolution


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