Erdbeertorte und Obstsalat

20140517-DSC_0126Wenn Du keinen Stress hast und dringend welchen wünschst, fang einen Streit an. Am besten zum Vorrundenspiel Deutschland- Ghana mit Deinem Liebsten  oder hol Dir die Nachbarjungen ins Haus.

Nicht das Karl und Friedrich besonders freche Knilche wären, das nicht. Die beiden Blondschopfe verzapfen nicht mehr und nicht weniger Mist als andere Brüder in ihrem Alter. Ist den beiden langweilig, gibt’s grad keinen spannenden Trickfilm und/oder hat Mama sowohl das Spielen von Angrie Birds Starwars als auch den Verzehr von Gummibärchen untersagt, klingeln sie munter an unserer Haustür. Hast Du keine Lust auf lustige blaue Kulleraugen brauchst Du einiges an Geduld. Denn weder Karl noch Friedrich gehören zur Sorte der Kids, die schnell aufgeben. Öffnet sich die Haustür nicht, wird der Garten nach mir durchforstet. Werden die Jungs dort nicht fündig wird der Schuppen inspiziert und erst wenn auch der Knick keine Spuren meiner Anwesenheit verrät zotteln die beiden fröhlich plappernd von dannen. Ich mag Karl und Friedrich und ich habe ein großes Herz für Kinder, die nicht schreien, nicht quängeln, fast normal und im Falle, das sie anstrengend werden sollten, zurück zugeben sind. Kinder sind so herrlich vernünftig unvernünftig oder unvernünftig vernünftig. Zwischen Kind und Grosswerden, manchmal ganz weise und altklug, dann wieder unbändig, ausgelassen, fröhlich.

Im sanft vor sich hinplätschernden Inselalltag jedenfalls sind Karl und Friedrich willkommene Abwechslung. Keck plaudernd streifen sie durchs Haus auf der Suche nach Lakritzen. Die stehen bei uns immer irgendwo rum. Manchmal kommt der kleine Karl auch nur in den Garten geschossen, schiebt die Schuhe von den Füssen und verschwindet im Wohnzimmer „ Ich will nur mal was gucken.“ „Was willst DU?“ „Ich will nur schnell gucken.“ „Heut sind keine Lakritze da, Karl. Ich hab die letztens alle aufgegessen. Warum weiß ich zwar nicht, weil ich die eigentlich nicht mag, aber weg sind sie. Tut mir leid.“ „Na, ich will nur mal gucken.“ Betritt das Wohnzimmer auf der Suche nach einem zurück gelassenen, vergessenen Katzenohr.

Nachbarjungs sind super. Sie unterhalten Dich wenn Dir langweilig ist und willst Du sie nicht im Haus haben amüsieren sie Dich mit einer, ‚Wer zieht sich heut am langsamsten die Schuhe und Jacken an?’ Show.

Und wenn Du Stress mit der Mama haben willst, ignoriere einfach alle Regeln der modernen Kindererziehung. Vergiss die Kids beim Betreten des Hauses zu fragen, ob sie naschen dürfen oder nicht. Ignoriere Ihnen einzubläuen , das sie zwar bei meinen Mädels vorne im Campingbus sitzen dürfen und eine Runde um den Block fahren können, aber nicht bei jedem Menschen ins Auto einsteigen können, den sie nicht kennen. Friedrich steht auf meine Freundinnen. Besonders Emma hats ihm angetan. Wenn die mit ihrem himmelblauen Campingbus in die Straße einbiegt, werden Friedrich seine Augen ganz groß vor Staunen. Dann scharwenzelt er um den Bus rum und leiert Emma zwei oder drei Runden um den Block aus den Rippen. Für Friedrich gibt es nichts Aufregenderes als da vorn im Cockpit zu sitzen und gemächlich die Straße entlangzurollen. Inzwischen kennt Friedrichs Mama den Camper auch. Als Friedrich aber sein Debüt in Emmas Bus feierte noch nicht. Damals liess er sich von Emma vorfahren, sprang keck aus dem Bus und stolzierte ins Haus. Auf die Frage  seiner verdutzten Mutter, was das denn für ein Bus sei und wer da am Steuer sitzt, antwortete der Dreikäsehoch: „Das ist Emma, die kenn ich.“ Inzwischen weiß Katharina Bescheid. Trotzdem musste ich lernen das kleine Kinder nicht eben mal auf Abenteuerfahrt geschickt werden können. Derartige Aktionen müssen mit notwendigen pädagogisch wertvollen Ermahnungen begleitet werden. „Der Friedrich steht nämlich unsäglich auf Busse und Camper und wir fürchten das er irgendwann irgendwo einfach einsteigt.“ Die Brisanz sehe selbst ich ein. Weniger einsichtig bin ich wenn es eine Rüge gibt,  dass die Bengels sich bei mir durchfuttern. Ich bin keine Mutter und wenn da zwei kleine Rabauken stehen und einen mit grossen Unschuldsaugen angucken, weil sie gerade die Erdbeertorte auf dem Küchentisch erspäht haben, dann gibt es nur einen Impuls. Du willst diese Augen glücklich machen.  Und wenn Paul ihnen dann noch was abgibt von Seinem Kuchen. Dann verfrachte ich die halt ungefragt, ob Mama gerade Obstsalat macht, auf die Terasse und lasse sie kleckern und schmatzen. Es gibt kein grösseres Lob als ein : „ Boah schmeckt das lecker, das schmeckt voll lecker.“ Aus Karls Mund. Ich bin schon konsequent genug den Beiden Nachschlag zu verwehren. Daraufhin tönt der Grosse: „ Ist vielleicht auch besser, Mama macht gerade Obstsalat.“ Bingo.

Wenn Du Stress mit der Mutter der Nachbarsjungen willst, stopf sie in fremde VW Busse oder Camper und stopfe sie mit Erdbeertorte voll.

 

In diesem Sinne ein sonniges Wochenende. Hier das Rezept zum Kuchen!

Ganz einfach:

1 Biscuitboden, Vanillepudding für 500ml Milch zubereiten, frische zerhackte Melisse einrühren. Auf dem Boden verteilen und 500g geputzte, geschnittene Erdbeeren darauf verteilen. Das ganze im Kühlschrank külen und kurz vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

 



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