Die Verwirrung um Ursache und Wirkung

14-028

Wir sind die Kinder der Newtonschen Physik, in der alles aus Ursache und Wirkung besteht.  Auf dem Gehsteig fällt eine kleine Plakatwand um (Wirkung) und der Windstoß war die Ursache. Das ist doch so was von logisch.

Allerdings ist zu bedenken, dass jede Ursache eine vorgelagerte Ursache hat und jede Wirkung selber zur Ursache einer weiteren Wirkung wird. Der Windstoß hat als Ursache eine Temperaturdifferenz und die fallende Wand bewirkt, dass ein Kind zu heulen beginnt. Auch die Temperaturdifferenz hatte ihre Ursache, so wie das Geheul etwas weiteres bewirkt.

Das sieht nun wie ein langer Faden aus. Er würde aus Ursachen/Wirkungen bestehen und man kann ihm in beide Richtungen endlos folgen. Aber stimmt das?

Nein, es kommt nämlich noch schlimmer: Alle Ereignisse (Wirkungen) haben immer sehr viele Ursachen und auch jedes Ereignis hat immer sehr viele Wirkungen. So brauchte es für den plötzlichen Windstoß neben der Temperaturdifferenz noch zahlreiche andere Faktoren und außer dass jenes Kind so brüllt, muss auch jemand das Plakat wieder aufstellen oder reparieren.

Das sind also unendlich viele Ursache/Wirkungs Fäden. Oder Fäden, die an jedem Punkt zusammenlaufen und von dort gleich wieder auseinanderstreben. Es entsteht im nu ein unentwirrbares  Geflecht von Ereignisfäden. Es sieht nach Chaos aus, und so kommen die Chaostheoretiker und helfen uns, dieses Chaos zu verstehen. Der berühmte Schmetterling in Brasilien könne einen Orkan in Amerika auslösen.
Und wir nicken natürlich verständnisvoll.

Kaum haben wir uns halbwegs daran gewöhnt, dass es so komplex ist, tauchen die Quantenphysiker auf, mit ihren experimentellen Ergebnissen aus der subatomaren Welt. Dort kann schon mal eine Wirkung eintreffen, kurz vor sich die Ursache ereignet. Man erklärt sich diese Verdrehung halbherzig damit, dass es in der Subatomaren Welt halt keine Zeit gibt.

Aber was tun wir jetzt damit?

Ich erinnere mich gerne an die Taoisten im alten China, die selten von Ursache und Wirkung sprachen, sondern von Zeitqualität. Von Dingen, die dazu neigen gleichzeitig zu geschehen. Von der Anziehungskraft ähnlicher Ereignisse. Und davon, dass man sich in diesen Fluss geben soll, denn er ist viel stärker als unsere Wünsche und Ziele.


Zeitenwende / 70cm x 50cm / Acryl auf Zeichenpapier / 2014, Nr. 14-028


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