Die Regenhexe

Die Regenhexe
„Die Regenhexe“ von Jurga Ivanauskaite erschien 2002 bei dtv premium. Das litauische Original erschien 1993.

Inhalt
Es geht um drei Frauen: Vika, eine Frau der Neuzeit, die ihren Mann vergessen möchte und zur Psychotherapeutin geht. Marija Viktorija, die als Hexe gefoltert wird und Maria Magdalena und ihr Verhältnis zu Jesus.

Meinung
Der Aufbau ist interessant gestaltet. Wie lesen abwechselnd von diesen drei Frauen. Fast ohne Übergang, so scheint es anfangs, geht es plötzlich um eine andere. Und dann merken wir die Zeichen.

„Versuch zumindest dir selbst zu antworten.“

„Versuchen Sie zumindest sich selbst zu antworten.“ (S. 87)

Im oberen Satz spricht Jesus noch zu Maria Magdalena, im nächsten Satz, der ja fast derselbe ist, spricht die Therapeutin zu Vika. Anhand dieser Wiederholungen merkt man, dass es einen Perspektivwechsel gibt.
Doch haben wir es wirklich mit drei Frauen zu tun, die alle ähnliches erleben? Oder ist es nicht vielmehr so, dass es ein Roman über eine Frau ist, die eine multiple Persönlichkeitsstörung hat?
Auffällig ist zum einen, das ganze Textpassagen sich wiederholen, also was Vika denkt, denkt auch später Marija Viktorija in einer ähnlichen Situation. Und wenig später Maria Magdalena.
Auffällig sind auch zwei Hinweise im Text:

„Ein anderes in meinem Inneren sich befindendes Wesen machte meinen Mund auf…“ (S. 95)
„Ich weiß nicht, in wen ich mich verwandelte. Ich glaube, in Maria Magdalena. (S. 105)

Also liegt der Verdacht Nahe, dass wir es mit einer psychisch gestörten Frau zu tun haben.
Dieser Verdacht wird nicht nur gefestigt, dass sie zur Psychotherapeutin geht, sondern auch durch ihre Gedanken an Suizid.

„Selbstmord ist keine eigenmächtige Handlung. Der Tod liegt nicht in der Macht des Menschen. Im Gegenteil. Die Selbstmörder sind die, die der Tod sich mit deren eigenen Händen holt, ohne einen Finger zu bewegen… „(S. 169)

Durch die Art und Weise, wie das ganze Buch gestaltet ist (die Wiederholungen an den Übergangen, die Wiederholungen im Text), bekommt dieses Buch etwas unglaublich Künstlerisches. Vor allen Dingen die letzte Seite finde ich unglaublich schön. Was für eine tolle Art, das Bild der Sanduhr mit aufzunehmen. Ein Ende, was nicht nur dramatisch gestaltet wurde, sondern auch künstlerisch.

Das Buch ist kein 0815 Buch, es ist nicht leicht und locker geschrieben. Man muss sich schon auf den Stil der Autorin einlassen.

Fazit
Ein faszinierend, aber zugleich verstörender Roman, über den man lange nachdenkt.


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