Der Tierfreund

Der alte Mann botschaftet oft ungefragt. Über sich selbst, über die kleine Welt um ihn herum, über seine olle gebraucht gekaufte Windows-Schüttel, bei eBay ersteigert, und über die Liebe zu seinem Haustier, das ein Hund ist. Dabei stets laut und mit nerviger Stimme. Unvermeidlich wie Stuhlgang.

Thema heute: Was wird aus dessen vierbeinigen Freund, wenn es für ihn tatsächlich einmal so kommt, wie es ansonsten immer kommt.

“Also wenn ich e-ma nich-mer bin – also wenn ich einmal tot bin – dann solln-se-n einschläfern …”

So ein Tier finde sich nach Ableben seines Herrn nicht mehr zurecht – so die zugehörige Hypothese – und werde dadurch nur [sic!] unglücklich. Deshalb ist des Hundes Tod nach dem seines Herrchen für ihn das kleineres Übel.

“… unn anschließend solln-se-n mit zu mir mit in-de Urne packen …”

Was wahrscheinlich gegen einige Bestattungsregeln verstößt. Darüber hinaus … ~


Jedenfalls wird wohl das Potsdamer Sozialamt ohne erst ans Murren zu denken, die Kosten für Mensch-mit-Hund-Bestattung freudig übernehmen. Auch Tierschützer wird´s freuen: Mensch und Hund – Asche für die Ewigkeit.
</ironie>

Offenbar spürt der alte Mann, dass es Einwände gegen sein postmortales Vorhaben geben könnte und schlägt daher präventiv alle noch kommen könnende Argumente in die Flucht:

“Det müssen-se nämlich so machen. Weil ick det in meen Testament jeschriebn hab. Als meen letzten Willen.”

Alles klar. Tierliebe in der Urne. Der Tod kann so nicht scheiden. Asche zu Asche, Staub zu Staub, Kadaver zu Kadaver.

~

Wieder zu Hause, schicke ich mich an, eine neue Option zu prüfen.

“Sag mal Lenchen, würdest Du Dich eigentlich nach meinem Ableben eigentlich noch zurecht finden?”


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