Der Friedensplan des Igor Plotnizki

Träumt vom Duell: Igor Plotnizki

Träumt vom Duell: Igor Plotnizki

Also, in den aktuellen Krisenherden der Weltpolitik wundert einen ja kaum mehr etwas. Dass der Lugansker Separatistenführer Igor Plotnizki den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko jetzt zum Duell fordert, finde ich aber doch, hm, überdurchschnittlich originell!

Nach “altem slawischen Vorbild” will der Rebellenführer einen Zweikampf um die Ostukraine abhalten. Entsprechende Duelle fanden in Russland z.B. 992, 1022 und 1380 statt. Jeder darf zehn Sekundanten mitbringen. Wer gewinnt, diktiert dem anderen seine Bedingungen.

Natürlich kann Plotnizki seine Klappe nur deshalb so weit aufreißen, weil er weiß, dass Poroschenko eh nicht drauf eingehen wird. Entsprechend kam postwendend die Antwort aus Kiew: “Plotnizki ist nur eines ‘Duells’ mit einem ukrainischen Gericht würdig”. Was nun durchaus nicht ganz fair ist: In diesem “Duell”, das nicht von ungefähr in Anführungszeichen steht, könnte nur Plotnizki verurteilt werden, nicht aber seine Richter.

Außer Frage steht, dass durch solche Duelle vor 1000 Jahren manches Blutvergießen verhindert werden konnte. “Wenn man mit dem Preis seines Lebens Tausende andere Leben retten kann, muss ein Ehrenmann diese Chance nutzen”, schreibt Plotnizki.

Undenkbar heute? Verrückt? Irre?

Wahrscheinlich.

Die Abendzeitung empfiehlt dem Rebellenführer gleich mal (natürlich ganz ohne antirussische Klischees), weniger zu trinken. Und fährt fort:

Oder mal auf den Kalender schauen, nicht auf Tag, Monat oder Jahr, sondern aufs Jahrhundert. Das geht mit 20 los, nicht mit 19, 18, 17 oder weniger.

Huch? Unser Jahrhundert “geht mit 20 los”? Wir leben im 20. Jahrhundert? Oder im 2014-ten Jahrhundert? Oder im 201439-ten Jahrhundert? Hä? Das ist doch nicht Euer Ernst, bitte… Ich hatte immer gedacht, wir lebten in einem Jahrhundert, das mit 2 losgeht und eine 1 dahinter hat…

Und das ist, im Gegensatz zum 20., eben noch nicht definiert. Wie kleinbürgerlich ist es, etwas für die nächsten 86 Jahre auszuschließen, nur weil wir es hier und heute nicht kennen!

Klar, Plotnizkis Vorschlag klingt durchgeknallt. Aber vielleicht wird er im Jahre 2106 Standard sein. Vielleicht wird man dann fassungslos aufs dunkle 20. Jahrhundert schauen, wo sich Massen um Massen sinnlos abgeschlachtet haben. Vielleicht wird man dann überhaupt nicht mehr verstehen können, wie man damals nicht das naheliegendste tun konnte: die Elite zum Zweikampf antreten zu lassen.

Nichts ist undenkbar. Wir müssen es nur zulassen.


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