Der dunkle Pfad (01)

Barriss Offee war tief in der Macht versunken. Wie so oft suchte sie nach Antworten und wie fast immer in letzter Zeit erhielt sei keine.

Sie versucht noch tiefer in diesen ewigen Fluss aus Energie einzutauschen, der das Universum ununterbrochen durchströhmte, aber die Macht wich vor ihr zurück, wie ein scheues Tier vor dem Strahl einer Lampe.

Im Gegensatz zu Yoda, Mace Windu oder ihrer eigenen Meisterin, Luminara Unduli glaubte Barriss jedoch nicht, dass die zunehmend schwächer werdende Fähigkeiten der Jedi, die Lehren der Macht zu erkennen darauf zurückzuführen war, dass die dunkle Seite alles überdeckte, sondern dass die Mitglieder des Ordens verlernt hatten mit der mit ihr zu kommunizieren und auf sie zu hören.

So wie er auch im Laufe der letzten Jahre verlernt hatte, was sein eigentlicher Zweck war: das Bewahruen von Frieden und Gerechtigkeit in der Galaxis und nicht das Führen von Kriegen und das Töten von Unschuldigen.

Sie hatte gehofft, dass ihrer Taten die Jedi wachrütteln würden und zum Teil bestand diese Hoffnung nach wie vor, denn immerhin war sie weit dafür gegangen, Meister Yoda und die anderen Mitglieder des Rates von ihrem Irrweg zu überzeugen. Vermutlich weiter als je ein Jedi vor ihr.

Meister…

Sie ertappte sich dabei, dass sie die Mitglieder des Ordens, die über ihr standen immer noch mit diesem Titel bedachte. Aber sie waren jetzt nicht mehr ihre Meister, nicht wahr. Genauswenig wie sie selbst noch einen Padawan, oder einen Commander in der Großen Arme der Republik nennen durfte.

Auch wenn ihr dies bisher niemand mitgeteilt hatte, so bestand doch keinen Zweifel daran, dass sie aus dem Orden ausschließen, vor ein Militärgericht stellen und zum Tode verurteilen würde, so wie man es mit Ahsoka beinahe gemacht hätte. Tatsächlich hatte überhaupt noch niemand aus dem Orden der Mühe wert gefunden, mit ihr zu sprechen, nachdem man sie nach ihrem „Geständnis“ aus dem großen Gerichtsaal in der Militärbasis geführt hatte. Aber Barriss war nicht unglücklich über diesen Umstand. Sie war nicht sicher, ob sie es ertragen hätte, in die enttäuschten und vorwurfsvollen Gesichter, von Yoda, Mace, Windu, Luminara Unduli oder gar Ahsoka schauen zu müssen, die ihr wortlos ihren „Verrat“ vorhielten. Wie sehr hatte die allzeit verlässliche Barriss doch den Orden und seine Ideale in Misskredit gebracht und das Ansehen der Jedi und der Republik beschmutzt!

Dabei war sieh die Einzige, die dafür kämpfte, dass die Jedi wieder auf jenen Weg zurückfanden, dem sie fast 1000 Jahre lang, vor dem Ausbruch dieses unsäglichen Krieges so treu gefolgt waren.

Bei diesem Gedanken schreckte Barriss wütend aus ihrer Meditation hoch und öffnet die Augen. Sie war immer noch mit der schlichten braunen Robe bekleidet, die sie getragen hatte, als Anakin vor einigen Stunden in ihr Quartier gekommen war und sie zur Rede gestellt hatte, jedoch trug sie ihr Haarband nicht mehr und ihre dunklen Locken fielen ihr jetzt offen über ihre Schultern.

Sie stand auf und ging zu der harten Pritsche hinüber, das einzige Möbelstück in der kleinen Kammer, in die man sie gebracht hatte. Ihr Aufenthalt im Zellenblock der Militärbasis hatte nicht mehr als zwei Stunden gedauert, als die Tür mit einem leisen Zischen geöffnet wurde. Barriss hatte mit einem der Jedi vielleicht sogar mit Wilhuff Tarkin persönlich gerechnet, doch es waren zwei Klonsoldaten gewesen, die in ihre Zelle traten. Ohne ein Wort zu sagen hatten sie Barriss Handschellen angelegt und ihr mit einem Tuch die Augen verbunden. Aber obwohl sie nicht mehr sehen konnte, hatte sie immer noch ihre Jedi-Sinne und so war es für sie einfach gewesen, die Reise, die sie nun unternahm zu verfolgen: die beiden Männer in ihren weißen Rüstungen brachten sie aus der Militärbasis zu einer ein wenig abseits gelegenen Landebucht. Dann hatte man sie recht grob in ein Shuttle gestoßen, dessen Turbinen bereits liefen und das unmittelbar nachdem der Klonsodat, der hinter Barriss marschierte eingestiegen war abhob. Sie griff in die Macht und stellte fest, dass sie abgesehen vom Piloten und ihren beiden Bewachern der einzige Passagier war. Immer noch mit hinter dem Rücken zusammengebundenen Händen platziere man sie auf einem der Sitze, schnallte sie jedoch nicht an. Kurz spielte Barriss mit dem Gedanken zu versuchen, die beiden Klone zu überwältigen und die Kontrolle über das Shuttle zu übernehmen, verwarf diesen Plan jedoch schnell wieder. Sie war gefesselt und blind und selbst wenn es ihr gelingen sollte, die beiden Soldaten mithilfe der Macht aus dem Schiff zu stoßen, standen die Chancen, dass der Pilot sie erschießen oder zumindest mit einem Schuss aus seinem Blaster betäuben würde nicht schlecht. Also verharrte sie ruhig auf ihrem Sitz und versuchte sich zu entspannen. Obwohl sie ihre beiden Bewacher ein par Mal frage, wohin man sie brachte, oder wer für ihre Verlegung verantwortlich war, doch sie erhielt nie eine Antwort. Entweder hielten sie die Beiden für eine Verräterin, oder sie hatten Befehl, nicht mit ihr in Kontakt zu treten.

Der Flug dauerte mehr als eine Stunde und führte soweit sie das feststellen konnte nach Süden bzw, Südosten, was bedeutete, dass ihr Ziel wohl eine der alten, längst verlassenen  Industriegegenden von Coruscant war. Diese Vermutung bestätigte sich nach ihrer Landung. Das Shuttle hatte kaum aufgesetzt, da stießen sie die beiden Klone aus dem Schiff und führten sie zu einem großen Repulsorlift, der sie nach unten brachte. Barriss hörte wie das Shuttle hinter ihnen wieder abhob und davonflog, was bedeutete, dass ihre beiden Bewacher wohl ebenfalls hierbleiben würden.

Der Lift bewegte sich nur langsam und vibrierte stark, was den Schluss nahelegte, dass dieser erstens für große Lasten ausgelegt war und zweitens nur sehr selten benutzt wurde. Als ihre Fahrt nach unten nach ein paar Minuten endete, führten sie die beiden Klone durch ein Labyrinth von Gängen. Auch jetzt sprachen die beiden weder ein Wort miteinander noch sagten sie etwas zu ihrer Gefangenen. Auch Barriss vermied es mittlerweile sie anzusprechen und ihren weitere Fragen zu stellen. Sie würde wohl keine Antwort bekommen.

Die Gänge durch die sie sie führen waren kühl und feucht. Die Stiefel der beiden Soldaten klangen dumpf auf dem Ferrobetonboden des Gebäudes, ansonsten war jedoch kein Geräusch zu hören. Abrupt packte sie einer der Soldaten am Arm und hielt sie vom Weitergehen zurück. Barriss hörte wie sich neben ihr ein Türschott öffnete, ebenfalls mit einem Geräusch, das darauf schließen lies, dass es lange nicht mehr bewegt worden war. Ohne ein Wort zu sagen, stießen sie Barriss in den Raum, der hinter dem Schott lag. Dann nahmen sie ihr die Augenbinde ab und ließen sie allein, während sich das Schott mit einem Knirschen schloss.

Barriss streckte ihre Jedi Sinne aus und erkundete ihre Umgebung. Die Vermutung, dass man sie in eine der alten Industrieanlage gebracht hatte bestätigte sich bald. Der Raum in dem sie sich nun befand war wohl vor langer Zeit die Wohnung und der Schlafplatz für einen der Arbeiter gewesen, die hier ihren Dienst versehen hatten. Rings um sie herum befanden sich unzählige weitere dieser Kammern, allesamt leer.

Sie versuchte sich an die Lehren über die die Geschichte Coruscants zu erinnerte, die man ihr beigebracht hatte, kurz nachdem sie als junges Mädchen in den Tempel gekommen war: demnach hatten die letzten Arbeiter diese gigantischen Industrieanlagen vor mehr als 250 Jahren verlassen und waren für einen Zeitraum von fast 50 Jahren durch Droiden und Maschinen ersetzt worden, bevor die Besitzer dieser Fabriken beschlossen, dass die Produktion auf dem Hauptplaneten der Galaxis zu teuer war und es einfacher und billiger wäre, die Produktion auf andre Welten zu verlegen, selbst wenn dies bedeutete, die fertigen Waren über weite Strecken transportieren zu müssen.

Mehrfach schon hatte es seitdem Bestrebungen gegeben, die vor sich hinrostenden Anlagen abzureißen und Büros und Wohngebäude an ihrer Stelle zu erreichten, aber letztlich war dieser Ort hier zu weit entfernt vom Senat und all den Plätzen, auf den sich die Schönen, Reichen und Mächtigen von Coruscant aufhielten, als dass diese Vorhaben je umgesetzt worden wären. Und niemand wollte Geld für die unteren Schichten der Bevölkerung ausgeben, die vielleicht hierhergezogen wären, wenn nicht sichergestellt war, dass dieses Geld je wieder eingebracht werden konnte.

Es war eigentlich ein Wunder, dass die Einrichtungen in diesem Gebäude nach all diesen Jahren noch Energie hatten. Barriss schaute hinauf zu der hohen Decke über ihr, in die eine einzige trübe Lampe eingelassen war und den Raum darunter in ein trübes Zwielicht tauchte. Die Kammer war annähernd quadratisch und hatte eine Fläche von nicht mehr als 20 Quadratmeter. Der Boden bestand aus einem dunklen, fleckigen und mit der Zeit brüchig gewordenem Kunststoff, die Wände aus schmucklosen Ferrobeton, der von rostenden Stahlträgern durchzogen war. Abgesehen von der Pritsche mit einer halb zerfallenen, harten Matratze und einer dicken Wolldecke gab es in dem Raum nur noch eine winziges Waschbecken mit einem halb korrodierten Hahn aus dem jedoch nur eine dickflüssige stinkende Flüssigkeit kam, einem halbblinden Spiegel darüber und einer Toilette, deren Spülung  jedoch ebenfalls nur die dunkle Brühe hervorbrachte.

Barriss wusste nicht, ob man vorhatte sie hier verhungern und verdursten zu lassen, jedoch schien ihr der Aufwand, sie den weiten Weg vom Zentrum hierherzubringen recht hoch, nur um sie hier dann langsam sterben zu lassen. Wenn man ihren Tode wollte – und sie hatte keinen Zweifel daran, dass dies so war – dann hätte es einfachere Wege gegeben, dieses Ziel zu erreichen. Also musste man irgendetwas mit ihr vorhaben.

Sie griff noch einmal mit der Macht hinaus und versuchte andere „Bewohner“ in dieser Anlage zu finden, vielleicht sogar die beiden Klone, die man hiergelassen hatte, um sich um ihren „Gast“ zu kümmern. Doch abgesehen von Insekten und kleinen Nagetieren, die in den unzähligen Hohlräumen dieser Anlage hausten und einigen Mynocks, die an den rostenden Rohren und Trägern hingen konnte sie kein weiteres Lebewesen in ihrer Umgebung feststellen.

Sie streckte ihre Sinne noch weiter aus und entdeckte etwas, dass sie entsetzt zurücktaumeln ließ. Nun wusste sie, dass sie nicht allein in dieser Anlage war.

Fortsetzung folgt…


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