Der älteste Farbfilm der Geschichte

Der älteste Farbfilm der Geschichte

Der älteste Farbfilm der Geschichte. Bisher entstammte er dem Jahre 1909, nach einem Fund des National Media Museums in Bradford, England, muss diese Geburtsstunde nun aber um sieben Jahre nach vorne relativiert werden. Der Filmemacher Edward Raymond Turner aus London ließ sich 1899 ein Verfahren patentieren, mit dem er durch rote, grüne und blaue Filter drehte und diese anschließend übereinander, überlagernd projizierte. Er starb 1903 im Alter von 29 Jahren an einem Herzinfarkt, Filmhistoriker gingen davon aus, dass Turners Bemühungen niemals in die Tat umgesetzt werden konnten. Eine Fehlvermutung, wie sich herausstellte.

Turner entwickelte sein komplexes Drei-Farben-Verfahren mit der Hilfe seines Finanziers Frederick Lee, einem wohlhabenden Pferdezüchter. Das Patent auf dieses Verfahren wurde am 22. März 1899 auf beider Namen, „Turner und Lee“ angemeldet. Später stieß noch der amerikanische Filmunternehmer Charles Urban zu dem Zweiergespann hinzu. Mit einer Kamera und einem Projektor des Technikers Alfred Darling, entwickelte Turner seinen Filmprozess, indem er verschiedenste sehr farbenreiche Subjekte filmte – einen Goldfisch in einem Goldfischglas, vor einem hellen Hintergrund, seine Kinder, wie sie mit Sonnenblumen spielen oder einen Ara-Papagei. Nach seinem Tod entwickelte Charles Urban dieses Vorgehen weiter, erhielt Unterstützung durch den Filmemacher George Albert Smith. Das Resultat was das kommerziell erfolgreiche Kinemacolor-Verfahren, welches 1906 patentiert, 1909 zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Michael Harvey, Kinematografie-Kurator am National Media Museum und die Filmarchivare Brian Pritchard und David Cleveland arbeiteten gemeinsam mit dem BFI National Archive an der Rekonstruierung des empfindlichen Filmmaterials, welches aufgrund seines seltenen Formats (38mm Film, im Gegensatz zum herkömmlichen 35mm Film) nur schwer abzuspielen war. Es musste ein spezielles mechanisches „Gate“ gebaut werden, damit der Film kopiert und in digitale Dateien umgewandelt werden konnte. Erst dann lernten die farbig bewegten Bilder zum ersten Mal seit über einhundert Jahren wieder das Laufen.

Edward Raymond Turner wurde 1873 geboren und arbeitete lange Zeit als Studio-Fotograf in London, wo er mit einer frühen Form der Farbfotografie in Kontakt kam. Durch die Entdeckung und Wiederherstellung seines Films, nimmt er nun einen wichtigen Platz in der Filmgeschichte ein: Es ist der erste Film mit natürlicher Farbgebung, erzeugt durch ein technischen Verfahren und nicht durch eine spätere Handkolorierung.


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