Das Ende der Politik

Uff, das wäre geschafft! Mit „Pursuit of Peace“ endet nicht nur die erste Hälfte der dritten Staffel von Clone Wars, sondern – wenn man den Serienverantwortlichen glauben darf – auch jene Geschichten, in denen es darum ging, Eisteeverschwörungen aufzudecken, Droiden beim Einkaufen zuzusehen, oder irgendwelche Hilfsgüter auf irgendwelche Hinterweltplaneten zu bringen. Ab jetzt gibt es nur noch Action, Action und noch mehr Action! Hoffentlich zumindest!

Ich bin gespannt, ob wir irgendwann erfahren werden, warum sich GL und Dave Filoni dazu entschlossen haben, den Gutteil der ersten Hälfte dieser Staffel dazu aufzuwenden (um nicht zu sagen zu verschwenden), so ein starkes Gewicht auf die Politik und den Senat zu legen und ob die gezeigten Ereignisse noch Auswirkungen auf das haben werden, was noch kommen wird.

Gleichzeitig soll dies auch die letzte Folge sein, die in der Chronologie der Klonkriege herumspringt, wobei ich sagen muss, dass dies für mich eine der wenigen interessanten Aspekte dieser dritten Staffel war. Wenn schon die Handlung nichts hergibt, so konnte man seinen Geist wenigstens damit beschäftigen, sich zu überlegen WANN die jeweilige Folge denn nun spielt. Um diese Frage für die vorliegende Episode zu beantworten: nach „Heroes on Both Sides“ und vor „Senate Murders“ (aus der zweiten Staffel), sie ist also der mittlere Teil der Klonfinanzierungs-Trilogie.

Das Ende der Politik

Deppate Debatte! :-)

Das Geld um das es hier geht soll dafür verwendet werden zusätzliche 5 Millionen Klone zu beschaffen. Eine interessante Zahl, die die Frage aufwirft, wie viele Klone der Republik insgesamt zur Verfügung gestanden sind. Als Obi-Wan in Episode II auf Kamino eintrifft wird ihm mitgeteilt, dass 200.000 „Einheiten“ bereit sind und eine weitere Million sich in Produktion befindet.

In den Karen Traviss Romanen und anderen Quellen ist des Öfteren von 3 Mio. Klonen die Rede, was in Anbetracht der hier geplanten „Nachbestellung“ (und auch was die Größe und den Umfang dieses Krieges betrifft) doch recht wenig zu sein scheint.

Interessant ist auch, dass die meisten Senatoren offenbar gar nicht wissen, worüber sie eigentlich abstimmen. So musste Padme erst herausfinden, dass der Banking Clan die Kleinigkeit von 25% Zinsen für die geplante Finanzierung haben möchte. Jetzt kann man diese „Recherche“ natürlich mit dem Handlungsaufbau und der Dramaturgie dieser Folge begründen und annehmen, dass die anderen Senatoren (oder zumindest der Großteil von ihnen) von diesem Wert wusste. Zieht man Vergleiche mit unserer Welt, so ist es gar nicht so umplausibel, dass Politiker letztlich keine Ahnung über die Eckpunkte von Gesetzen haben, über die sie abstimmen sollen, oder?

Das Ende der Politik

Für und wider des Krieges

Trotzdem, 25%! Das zeigt durchaus die verzweifelte Situation, in der sich die Republik befindet. Und es zeigt auch, dass es letztlich Organisationen wie die Handelsföderation oder eben der Bankenclan sind, die die Zahnräder dieses Krieges maßgeblich mitbestimmen. Nach außen hin sind sie neutral, oder sogar eher republikstreu – tatsächlich machen sie aber munter lukrative Geschäfte mit beiden Seiten. Zumindest so lang Palpatine/Sidious sie lässt!

Was wir in dieser Folge auch erstmals sehen ist eine verunsicherte Padme. Was ich eigentlich schon für die letzte Folge erwartet hätte, nämlich, dass man sich (und sie) fragt, woher sie denn so viel von den Friedensbemühungen auf Seiten der Separatisten weiss, trifft sie hier mit ziemlicher Härte und diese zeigt auch ihre Wirkung – sie ist längst nicht mehr so gefestigt und von den anderen Senatoren anerkannt wie noch in Episode I oder II.

Schließlich führt uns diese Folge auch vor Augen, in welcher Scheinwelt die Senatoren auf Coruscant leben. Sie haben nicht nur jeden Kontakt zu ihrem jeweiligem Volk verloren, sondern auch zum Krieg selbst. Das zeigt sich etwa als der Quarren Senator sagt, dass man die Klone ja letztlich dafür gezüchtet hätte in die Schlacht zu ziehen und dort zu sterben und dass er im Prinzip auch kein Problem damit hat.

Das Ende der Politik

Findet Nemo!

Insgesamt ist diese Folge nach einem wiederholten Anschauen nicht so langweilig wie sie mir nach dem ersten Mal erschienen ist. Sie spricht einige interessante Fragen zur Moral und zur Logistik eines galaxisweiten Krieges an, auch wenn ich mir von 10 Jahren nie hätte träumen lassen, dass in Star Wars einmal über Zinssätze diskutiert werden würde.

Auch ja – es gibt auch etwas Action und Robonino.

Was es sonst noch zu erwähnen gäbe:

  • In einer Szene spielt die Band ein Stück, das stark an das Peter Gunn Thema erinnert.
  • Pole Dancing gibt es im SW Universum auch!
  • Es wäre interessant zu erfahren, wie Padme bei der riesigen Anzahl von Senatoren so genau wissen kann wie viele für und wie viele gegen die Petition sind, hat sie mit jedem von ihnen gesprochen?
  • Padme genießt offensichtlich so etwas wie diplomatische Immunität – obwohl sie keinerlei Beweise für ihre Behauptung hat gejagt worden zu sein, wird sie trotzdem für den Diebstahl des Speederbikes nicht verhaftet.
  • Wir erfahren hier nun offiziell, dass Padmes oft seltsame Frisuren in den diversen Folgen nur Perücken waren!

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.