Carsten Frerk in Marburg

Carsten Frerk in Marburgvon pantarheiblog:  Am vergangenen Mittwoch Abend stellte Dr. Carsten Frerk, hpd-Redakteur und Mitglied des GBS-Kuratoriums, auf Einladung des Marburger Ortsverbandes der Humanistischen Union, sein im Oktober erschienenes Buch „Violettbuch Kirchenfinanzen: Wie der Staat die Kirchen finanziert“ vor. In den letzten Monaten gab es vermehrt politische Vorstöße einzelner säkular orientierter Politiker bzw. Gruppierungen, die Staatsleistungen an die Kirchen kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschaffen. Auch die Humanistische Union setzt sich für die Trennung von Staat und Kirche ein. Der große Beitrag Dr. Frerk’s in diesem Zusammenhang ist es, die bis dato kaum bekannten und wenig beachteten finanziellen Verflechtungen der Großkirchen mit Bund und Ländern in seinen Büchern übersichtlich wiederzugeben.

Zwar gibt es wie Frerk zu Anfang erwähnte de jure seit 1919 keine Staatskirche mehr in Deutschland, was in Artikel 137 der Weimarer Reichsverfassung festgeschrieben ist, der durch das Grundgesetz weiterhin Gültigkeit besitzt. Und auch die Kirchensteuer sollte von da an durch die Kirchen und nicht wie bis heute noch durch den Staat eingezogen werden. Doch diese Bestimmung wurde leider nie konsequent durch die Politik umgesetzt. Die Netto-Kirchensteuereinnahmen beliefen sich im Jahr 2009 auf ca. 9,3 Milliarden €. Es geht also um viel Geld.

Daneben zahlten zum Beispiel 2009 Bund und Länder auch Kirchengehälter in Höhe von fast einer halben Milliarde € aus dem allgemeinen Steuertopf. Jeder Steuerzahler, jede Steuerzahlerin zahlt also die Gehälter von Kirchenpersonal mit, ob Kirchenmitglied oder nicht. Eine absurde Vorstellung! Jeder bayrische Steuerzahler bezahlt Mixa’s Pension!

Aber nicht nur die Kirchensteuer, durch deren staatlichen Einzug die Kirchen jährlich auch ein großen Betrag zusätzlich einsparen, macht kirchliche Sonder-Privilegien aus. Dazu kommen noch zahlreiche fragwürdige staatliche Zuschüße vor allem im Bildungs- und Sozialbereich.  So kostet der Religionsunterricht an staatlichen Schulen Bund und Länder jährlich ca. 1,7 Milliarden €, theologische Fakultäten ca. 510 Millionen €. Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft werden jährlich mit einem Betrag von ca. 3,9 Milliarden bezuschußt. Die Konfessionsschulen, die etwa 4 % der deutschen Schulen ausmachen, und an denen anhand der Religionszugehörigkeit Schüler ausgewählt werden, werden auch zu 84 bis 95 % durch den Staat finanziert.

Ein weiterer Auswuchs der absurden Kirchenprivilegien findet sich bei der Bundeswehr, deren Angehörige zu etwa 48 % konfessionsfrei sind. Dort gibt es jedoch neben katholischen und evangelischen keine nicht-christlichen Seelsorger. Zu diesem Punkt bemerkte Frerk auch, dass bei Übertragungen von Bestattungen von in Afghanistan getöteten Soldaten meist immer ein Geistlicher mitwirkt, was in Anbetracht 48 % konfessionsfreier Soldaten grob verfälschend wirkt. Auf der Seite der Bundeswehr steht dazu zu lesen: „Da die Seelsorge strukturell ausschließlich in der Hand evangelischer und katholischer Geistlicher liegt, kümmern diese sich auch um die Bedürfnisse nichtchristlicher Soldaten. Sei es durch ein vertrauliches Gespräch, den Kontakt zu Vertretern der jeweiligen Glaubensgemeinde oder auch praktische, mitunter ganz gewöhnliche Dinge – wie einen Kompass zur Bestimmung der Himmelsrichtung im Gebet.“ Nach Frerks und auch meinem Erachten enthält dieser Absatz einen klaren abfälligen Unterton gegenüber nichtchristlichen Soldaten.

Hinzu kommt die staatliche Subventionierung der kirchlichen Entwicklungshilfe. Eines der größten katholischen Hilfswerke in Deutschland, Misereor, mit einem Jahres-Haushalt von 162 Millionen €, wurde zuletzt zu 63% vom Staat finanziert. Allein 5 % kamen direkt von der Kirche. In Anbetracht der Kirchensteuer-Einnahmen und der knappen staatlichen Kasse eine Absurdität sondergleichen! Zumal die kirchliche Entwicklungshilfe zugleich Missionierung beinhaltet.

Insgesamt summieren sich laut Frerk unter Berufung auf die belegbaren Zahlungen die jährlichen Kirchensubventionen auf ca. 19,3 Milliarden €. Dies sei jedoch noch eine konservative Rechnung, da viele Zahlungen noch unbekannt seien.

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