“Ausländer- Kriminalität“ – Über die Inszenierung einer Gefahr Teil I

“Ausländer- Kriminalität“ – Über die Inszenierung einer Gefahr Teil I

„Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wenn sie arbeiten sollte. (…) Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Wohl alle, die diese Beschreibung lesen, mögen dem Zustimmen und erwarten, dass dieses Zitat von einem Sozialarbeiter oder einem Lehrer aus der heutigen Zeit stammt- weit gefehlt.

Sokrates kam seinerzeit zu dieser Beobachtung und lässt die Unsrigen Hoffnung schöpfen: Es wird nicht immer alles schlimmer, sondern jede Zeit kann das Beste (versuchen) für sich zu gewinnen.

Dazu müssen wir jedoch bereit sein, die wirklichen Ursachen für soziale Schwierigkeiten wie z.B. Armut, Kriminalität, eine entwurzelte Jugend und die viel beklagte Bildungsmisere anzuerkennen- und eben nicht aus Bequemlichkeit Sündenböcke auszumachen und heranzuziehen.

Nun kommen wir zur eigentlichen Frage dieses Artikels: Wie verhält es sich mit der Kriminalitätsrate unter Nichtdeutschen und speziell den Jugendlichen unter ihnen? Was sagen die viel zitierten Statistiken nun wirklich aus? Rechtfertigen diese Forderungen wie „Warnschussarrest“, die Anhebung der Höchststrafe für Jugendkriminalität von 10 auf 15 Jahren, die konsequente Anwendung des Erwachsenenstrafrechts bei allen Tätern über 18 Jahren und eine schnellere Abschiebung von kriminellen ausländischen Jugendlichen? Diese Verschärfungen wurden damals medienwirksam im Vorfeld der Hessischen Landtagswahlen von der Union gefordert.[1]

Lassen wir zunächst die Zahlen für sich sprechen: 2006 besaßen 22,0 % der von der Polizei ermittelten Tatverdächtigen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Damit wäre der Anteil der Nichtdeutschen an den Tatverdächtigen „rein rechnerisch“ 2,5 mal höher.[2] Ist dies schon das Ende der Diskussion? Für den Anteil in der einfachen Bevölkerung sowie in einigen politischen Kreisen, der aus verschiedenen Gründen einen Sündenbock willkommen heißt, leider „Ja“. Die einfache Logik dieser Gedankenkette:

Diagnose: Kriminalität- Ausländer- Muslime- Therapie: Härtere Strafen- Verringerung der Zuwanderung- Abschiebung

Betrachtet man jedoch die Hintergründe und Zusammenhänge der Statistiken, kommt man jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis, welche gesellschaftspolitisch andere verantwortliche Faktoren (und Personen) benennt und deswegen auch andere Lösungswege aufzeigt:

Zunächst muss eingehend festgestellt werden, dass die polizeiliche Kriminalstatistik eine Tatverdächtigenstatistik im Gegensatz zu einer Verurteiltenstatistik ist. Dies muss vor allem vor dem Hintergrund beachtet werden, dass das Anzeigeverhalten innerhalb der Mehrheitsbevölkerung gegenüber Minderheiten global gesehen immer sensibler ist als gegenüber der eigenen Bezugsgruppe.[3] Das bedeutet für Hänschen eine Standpauke und für Orhan „die volle Härte des Gesetzes“.

Weiterhin muss man die Statistiken dahingehend bereinigen, dass man die nichtdeutsche Wohnbevölkerung von anderen Nichtdeutschen trennt, denn erstere muss Untaten der Letzteren auf ihrem Rücken austragen. So stellt die „Bundeszentrale für politischen Bildung in diesem Zusammenhang fest:

„Ein Viertel bis ein Drittel der Ausländer, die in der Kriminalstatistik erscheinen, sind dagegen Touristen, Illegale und alle, die ausschließlich zum Zweck ungesetzlicher Taten (Diebstahl, Raub, Drogenhandel, Prostitution und Zuhälterei, Schmuggel) ins Land einreisen. International operierende Verbrecherbanden können allenfalls in vordergründiger demagogischer Absicht mit den Ausländern verglichen werden, die zum Teil in dritter Generation in Deutschland leben.“[4]

Stationierungsstreitkräfte sowie deren Angehörige, Durchreisende und Pendler gehören ebenfalls zu den Gruppen, deren Kriminalität zu Unrecht auf die hiesige nichtdeutsche Wohnbevölkerung in einigen Artikeln angerechnet wird.

By Mohammed Johari , Diplom-Sozialädagoge

[1]

[2] PKS Berichtsjahr 2006

[3] http://www.bnr.de/aktiv/argumentegegenrechts/kriminalitaet/

[4] http://www.bpb.de/popup/popup_druckversion.html?guid=KFXDV0


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