Abba und die Mission

Als Jesus seinen Jüngern mit dem „Unser Vater“ das Beten lehrte, da hat er sein Gebet höchstwahrscheinlich mit dem aramäischen Wort „Abba“ begonnen (meint Bailey in diesem Buch). Aramäisch war die Sprache, in der Jesus und die Jünger ihren Alltag bewältigten. Dass Jesus nun diese Sprache für ein Gebet verwendet, deutet darauf hin, dass es für die Nachfolge Jesu keine sakrale Sprache geben muss. Man darf (soll!) so leben und beten, „wie einem der Schnabel gewachsen ist“. „Both Judaism and Islam have a sacred language. Christianity does not,“ sagt Bailey (S. 95) und fährt fort:

When Jesus took the giant step of endorsing Aramaic as an acceptable language for prayer and worship, he opened the door for the New Testament to be written in Greek (not Hebrew) and then translated into other languages.

It follows that if there is no sacred language, there is no sacred culture. (…) Jesus affirmed the translatability of the message when he began this prayer with the great word abba.

Ich würde leicht anders sagen, dass Jesus damit die Übersetzbarkeit nicht „bestätigt“ (affirm), sondern vielmehr „etabliert“ hat. Jedenfalls sollten wir die Grösse dieses Schrittes nie aus den Augen verlieren: Jesus hat eine Religion gegründet, die nicht an eine bestimmte Sprache oder Kultur gebunden ist, sondern die sich auf ganz verschiedene Art und Weisen ausdrücken kann und soll.

Bis zu meiner Lektüre von Baileys Buch hätte ich nie gedacht, dass man aus dem ersten Wort des „Unser Vaters“ ein Argument für Mission herleiten kann…



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