89. Ganze Sätze und Adjektive

Die hier vorliegende Auswahl zeigt ihn als einen popmodernen politischen Dichter, der den gegenwärtigen Alltag Amerikas an den Demokratie-Entwürfen der Väter misst. In seinen auf ganze Sätze bauenden Versen erfindet er Bilder und Geschichten, die den „American Dream“ zu bewahren suchen. …

Prufers Ars Poetica spielt auf der Flöte eines an seinen Rändern messerscharfen Knochens Wahrheit, der dennoch „die Süße fortsingt“. Er schreibt Liebesbriefe ins Nichts. Trotz schwergewichtiger Themen leben die Verse von der Karikatur und vom Witz.

Kevin Prufer: Wir wollten Amerika finden. A. d. Engl. v. Susanna Mewe u. Norbert Lange. Luxbooks, Wiesbaden. 220 S., 24 Euro.

Sinnlich vollkommenen Gesang vernimmt man nicht. Das verhindern nicht zuletzt die verzwickten Adjektive.

Im sprachlichen Bewegungsraum zwischen Finnland und Deutschland hört man es knirschen: „auf harschstege treffen grate aus granit“ („Die Wildpartitur“). Mit lebhaften Bewegungen reist die Dichterin in vielerlei Wort-Varianten durch äußere und innere Landschaften und hält sich dabei an einen die „Leibsprache“ prägenden Rhythmus. Nichts Abschließendes soll die Beweglichkeit einschränken. So spielt Grünzweig unverdrossen auf der Sonnenorgel und bezieht dabei finnische Wort- und Klangfolgen ein.

Dorothea Grünzweig: Sonnenorgeln. Wallstein, Göttingen. 240 S., 22,90 Euro.

/ Dorothea von Törne, Die Welt



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