2004 schrieb ich:

»In unserer Kultur der Bewegung ist die Form eines Autos zu einer Aussage über den geworden, der sich damit umgibt. Es gibt Unterschiede in der Deutlichkeit, doch die Auswahl eines in vieler Hinsicht so wertvollen Gegenstandes ist unweigerlich die Entscheidung für eine bestimmte solche Aussage.Dass die Autoindustrie mit diesen Aussagen arbeitet – dass also, direkt formuliert, das Design eines Autos zu einem der wichtigsten Hilfsmittel im Wettbewerb geworden ist, das ist kein Geheimnis mehr.Der normale Autobesitzer wird sich wahrscheinlich darüber im Klaren sein, dass die Form seines Autos zu seiner Kaufentscheidung beigetragen hat. Er wird vermuten, dass es ihm eben “gefallen hat” – und, vielleicht ein wenig schuldbewusst, erkennen, dass dieses emotionale Motiv stärker war als manches sachliche Argument, wie Verbrauch, Platzangebot oder erwarteter Wertverlust. Was er sich in aller Regel nicht klar gemacht haben dürfte ist, warum ihn ein bestimmtes Modell mehr anspricht als andere vergleichbare.Es geht bei der Gestaltung eines Autos nicht darum, sich von verschiedenen Seiten einer abstrakten Optimalform zu nähern. Es geht vor allem anderen darum, der Form eine Art Seele einzuhauchen, ihr eine Aussage zu geben, mit der sich der Besitzer identifiziert, ihr einen Charakter zu geben, durch den er sich in seinen Zielen und in seinem erhofften Status bestätigt fühlt, oder besser noch: darüber erhoben. Dieser Ausdruck der Form, diese Sprache der Form ist bei der Gestaltung eines Autos immer schon zentral gewesen.Ich werde noch zeigen, dass beim Betrachten von Autos normalerweise eine anthropomorphe Übertragung stattfindet. Die Karosserie, die Hülle eines Autos ist also zunächst einmal ein Körper im älteren Sinne des Wortes, sie wird – unbewusst – wahrgenommen wie der Leib eines Tieres und mit ähnlichen Eigenschaften assoziiert. Diese Eigenschaften leiht sich der Besitzer und Beherrscher dieses Körpers gewissermaßen, so wie ein Reiter sich früher die Kraft seines Pferdes lieh und dabei hoffen wollte, dass auch andere Eigenschaften seines Tieres auf ihn übertragen würden. Es geht also um Macht, um die Beherrschung von Kraft und das Besitzen von Schönheit. Das ist ein durchaus erotisch gefärbtes Verhältnis zum Gegenstand – und damit gleichzeitig eines, das ein großes Aggressionspotential birgt…«

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